Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Abbau einiger Polypeptide durch die Blutkörperchen des Pferdes
Person:
Abderhalden, Emil H. Deetjen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18488/8/
Abhau einiger Polypeptide durch die Blutkörperchen des Pferdes. 3H 
In Frage kommen somit neben d(»n roten Blutkörperchen 
nur noch die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen. 
Wir können die Wirkung der letzteren beiden Formelemente 
nicht mit voller Sicherheit ausschließen, obwohl wir . bestrebt 
waren, sie möglichst auszuschalten. Wir Setzen selbstverstünd- 
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lieh unsere Versuche nach allen Bichtungen fort und werden 
uns bestreben, den Beweis, daß die roten Blutkörperchen selbst 
Fermente besitzen, welche Polypeptide spalten, zwingender zu 
gestalten. Sollte sich diese Annahme bestätigen, dann würden 
sich für die Funktion der roten Blutkörperchen im Haushalte 
des tierischen Organismus neue (iesichtspunkte ergeben, und 
es würde ihre Zellualur noch mehr zum Ausdruck kommen. 
Beachtenswert erscheint uns auch der Fmstand, daß die 
mit Kohlenoxyd vergifteten Blutkörperchen dieselbe.Wirkung 
hatten, wie die unveränderten Formelemente. 
Schließlich müssen wir noch die Frage beantworten, oh 
nicht vielleicht bei den früher beobachteten Hydrolysen von 
Polypeptiden durch Organpreßsäfte die Blutkörperchen beteiligt 
waren oder gar allein in Wirksamkeit traten. Ihre Mitwirkung läßt 
sich nicht ganz ausschließen. Wir haben jedoch die Organe 
möglichst blutleer gemacht, und außerdem die Hauptmenge des 
Preßsaftos. die bei 150 Atmosphären Druck sich auspressen ließ, 
nicht verwendet, sondern erst den von lf>0—300 Atmosphären 
Druck erhaltenen. Fs können sicher nur Spuren von Blutkör|>er- 
chenpreßsaft dem angewandten Orgnnpreßsaft beigemengt ge¬ 
wesen sein. Sehr beachtenswert ist es auch, daß der'Organ- 
preßsaft in vielen Fällen bedeutend wirksamer war als der 
Blutkörperchenbrei. Fs kann somit kein Zweifel bestehen, daß 
die lixen Körperzellen eigene Fermente besitzen, welche Poly¬ 
peptide spalten. 
das Verhalten des menschlichen Plasmas unter normalen und patho¬ 
logischen Verhältnissen gegen Polypeptide sind bereits im Gange und 
wir ersuchen die Fachgenossen, uns vorläufig dieses Arbeitsgebiet zu 
überlassen. Km il Abderhalden. 
U<>ppe-St*y|t*r‘s Zeitschrift f. physiol, Chemie. LI. 
2H
        

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