Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Frage nach der Assimilation des Nahrungseiweißes im tierischen Organismus
Person:
Abderhalden, Emil Casimir Funk E. S. London
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18484/25/
I Ihm- Assimilation des Nahnm«sei\veif>es im tierischen Organismus. -9.‘5 
irn eigentlichen Eiweißstofi'weehsel gar keine Holle* spielen. In 
diesem Kalle hätten wir einen erhöhten Ammoniakgehalt im 
1 »lute erwartet. Dies war jedoch nicht der Fall. Es ist denkbar, 
dah die momentan nicht brauchbaren Hausteine in der Darm¬ 
wand aufgestapelt werden oder zu anderen Synthesen usw. 
herangezogen werden. Jedenfalls hegen hier noch große Lücken 
in unserer Kenntnis der Eiweißassimilation vor. Wir wollen 
noch erwähnen, daß das ganze Problem viel komplizierter aus- 
sieht, wenn man der Annahme zuneigt, daß die Körpereiweiß- 
MnlTe und speziell auch die Plasmaproteine chemisch einheit¬ 
liche Individuen sind. In diesem Falle ist es nicht leicht, sich 
vorzustellen, daß die große Zahl von verschiedenen Amino¬ 
säuren im Darme frei wird, um dann im Darme in richtiger 
Heihenfolge aneinandergekuppelt zu werden. Hei den Kohle¬ 
hydraten hegen viel einfachere Verhältnisse vor und auch hei 
tien Fetten erscheint die Synthese des Glycerins mit gleichartigen 
und verschiedenen Fettsäuren als ein relativ einfacher Vorgang 
im Vergleich zur Proteinsynthese. Zu einfacheren Vorstellungen 
gelangt man, wenn man die bis jetzt isolierfen Proteine ganz 
allgemein als Gemische weniger hochmolekularer Produkte be¬ 
trachtet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die weiteren Er¬ 
gebnisse der Eiweißchemie auch hier bald Klarheit schallen 
werden. 
Es wird noch vieler Versuche bedürfen, um «las in Angriff 
genommene Problem einer bestimmten Lösung zu erschließen. 
Von einer solchen wird man nur dann sprechen dürfen, wenn 
die Heweisführung zu einer direkten geworden ist. 
Uoppe-Seyler’s Zeitschrift t. physiol. Chemie. LI. 
20
        

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