Bauhaus-Universität Weimar

Künstliche Verdauungsversuche an einigen Nahrungsmitteln. 18/ 
suche von H. Wangniek und mir1) an verschiedenen Futter- 
und Nahrungsmitteln haben gezeigt, daß durch 250 ccm dieser 
Flüssigkeit die gleiche Menge Stickstoff gelöst wird wie mit 
500 ccm des nach der alten Stutzerschen Vorschrift bereiteten 
Magensaftes. Der Vorteil, mit einem geringeren Volumen arbeiten 
zu können, besteht darin, daß die Filtrationen bei Anwendung 
von Filtrierpapier schneller vonstatten gehen. 
Die Verdauungsversuche wurden in Erlenmeyer-Kolben 
von ca. 3/4 1 Inhalt ausgeführt und diese in einen geräumigen 
Zinkkasten, der zum Teil mit Wasser von 37—40° gefüllt war, 
gestellt. Der Gehalt des Magensaftes wurde durch allmähliches 
Hinzufügen von 10°/oiger Salzsäure auf l°/o gebracht; die 
Dauer der Einwirkung bei Bluttemperatur betrug 48 Stunden. 
Hierauf wurde der ungelöste Anteil durch ein quantitatives 
Filter abfiltriert, mehrmals mit destilliertem Wasser ausge¬ 
waschen und samt Filter nach Kjeldahl zerstört. 
Die Resultate folgen in Tabelle I. 
Wie diese zeigt, beträgt der Verdauungskoeffizient bei 
sämtlichen Substanzen, mit Ausnahme vom Buchweizenmehl 
und Quakerreis über 90°/o. Nr. 17—19 sind präparierte Mehle, 
Nr. 20—26 wurden aus nicht geschälter Ware selbst gemahlen. 
Die erhaltenen Befunde drücken das Optimum der Verdaulich¬ 
keit aus, sie lassen jedoch nicht erkennen, wie sich die relative 
Verdaulichkeit des Eiweißes der einzelnen Nahrungsmittel ver¬ 
hält, und doch ist grade diese von besonderem Interesse. Unter¬ 
suchungen in dieser Richtung liegen vor von G. B erj u, M.W int g en 
und A. Stutzer. 
Berju2) wählte zu seinen Versuchen reine Eiweißstoffe, nämlich 
Plasmon. Tropon, Roborat und als Vergleichsobjekt trockenes Fibrin. 
Für die «fraktionierte» Verdauung verwandte er soviel von jedem Nähr¬ 
mittel, als 1 g Eiweiß entsprach. Die von Berju benutzte Verdauungs¬ 
flüssigkeit war nach der Vorschrift von K. We dem ever3) mit Pepsin 
«Finzelberg» und 0,5 °/o Salzsäure bereitet. Die Verdauung wurde in 
Bechergläsern, die sich in einem großen Wasserbade hei 38—38,5° be¬ 
fanden, ausgeführt, indem während der ersten Stunde alle 5 Minuten und 
9 Journal für Landwirtschaft, 1906, Bd. LIV, S. 265. 
2) Deutsche Medizinalzeitung, 1901, Nr. 48. 
8) Landw. Versuchsstationen, Bd. LI, 1899. 
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