Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die lecithinartigen Substanzen des Myocardiums und der quergestreiften Muskeln
Person:
Erlandsen, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18469/66/
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A. Erlandsen, 
Wirklichkeit um ein Phosphatid, oder allenfalls um Phospha¬ 
tide derselben Struktur handelt. 
• • 
Uber dieses Phosphatid oder diese Gruppe von Phospha- 
tiden habe ich eingehendere Kenntnisse zu erlangen gesucht, 
indem ich einerseits versuchte, das aus der CdCl2-Verbindung 
freigemachte Phosphatid herzustellen, und mir anderseits durch 
Verseifung Aufklärung über die Konstitution der Verbindung 
zu verschaffen suchte. Erinnert man sich an das Verhältnis der 
CdCl2-Verbindung des Phosphatides des Ätherextraktes (Leci¬ 
thin c), wo C43H80NPO9 einer CdCl2-Verbindung mit C37H69NP08 
entsprach, so kann es vielleicht zweifelhaft erscheinen, ob 
C40H75N2PO12, 2 CdCl2 einem Phosphatid der Zusammensetzung 
C40H75N2PO12 entspricht, kurz gesagt, ob die CdCl2-Verbindungen 
einfache Additionsprodukte sind. 
Diese Versuche sind zum Teil mißlungen, geben jedoch 
Aufklärungen, welche für das fernere Studium Interesse be¬ 
kommen können. 
Zur Isolierung der Phosphatide aus ihren CdCl2-Verbin- 
dungen sind Verfahren von Strecker, Thudichum, Bergell 
und Ulpiani angegeben. 
Streckers Verfahren besteht darin, durch Zuleitung von 
SH2 zu einer Suspension der fein pulverisierten CdCl2-Verbin- 
dung in Alkohol, Cd als Sulfid zu entfernen. Bei Erwärmung 
geht das salzsaure Lecithin in Lösung, wonach das Cadmium¬ 
sulfid abfiltriert wird. Die Lösung wird mit Silberoxyd geschüt¬ 
telt, wodurch HCl entfernt wird. Hierbei geht etwas Silberoxyd 
in Lösung, welches durch Schwefelwasserstoff wieder entfernt 
werden muß. Nach Abdampfen des Alkohols sollte der Ab¬ 
dampfungsrückstand reines «Lecithin» sein. 
Thudichums1) Verfahren weicht von Streckers da¬ 
durch ab, daß das, bei der Zuleitung von SH2 freigemachte, 
HCl durch Digestion des Filtrates von der SH2-Fällung mit 
Mereuramin (MilIons Base) entfernt wird. Doch wird auch 
Dialyse der wässerigen Suspension der CdCl2-Verbindungen der 
Phosphatide vorgeschlagen, ohne daß hervorgeht, ob die Resul¬ 
tate befriedigend waren. 
‘) 1. c. S. 118-120 und 162—163.
        

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