Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die lecithinartigen Substanzen des Myocardiums und der quergestreiften Muskeln
Person:
Erlandsen, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18469/32/
102 
A. Erlandsen, 
Cuorins spricht dafür, daß hauptsächlich die jodabsorbierenden 
Elemente im Molekül, also die Fettsäureradikale, verändert 
werden. 
Auch die rein physikalischen Eigenschaften des 
Cuorins werden durch die Autoxydation verändert. 
Die Konsistenz wird härter, vollständig harzig, und im Gegen¬ 
satz zu dem frischen Präparat erweist sich das Cuorin in Äther 
unlöslich (sowohl in wasserfreiem wie auch in wasserhaltigem). 
Auch anderen Lösungsmitteln gegenüber verhält es sich wie 
eine schwerer lösliche Substanz. Dies gilt aber nicht für Wasser. 
Während das frische Präparat mit Wasser eine Emulsion bildet, 
löst sich das oxydierte Präparat ohne Erwärmung langsam, aber 
vollständig im Wasser. Die einzelnen Partikelchen verquellen, 
werden vollständig transparent und lösen sich schließlich zu 
einer vollkommen klaren, hellgelben Flüssigkeit, welche selbst 
nach längerem Stehen nicht den geringsten Niederschlag gibt. 
Schüttelt man die wässerige Lösung mit Äther, so nimmt dieser 
nichts auf. Zusatz von Alkohol zu der wässerigen Lösung ruft 
einen weißlichen Niederschlag hervor, welcher nach dem Trocknen 
• • 
in Äther unlöslich ist. Es ist kaum ein deutlicherer Beweis 
dafür erforderlich, daß die Phosphatide nicht alle so unver¬ 
änderliche Atomkomplexe sind, wie Thudichum annimmt, und 
es ist nach diesen Erfahrungen verständlich, warum es 
von größter Bedeutung ist, daß während der Darstel¬ 
lung vermieden wird, das Präparat einer Oxydation 
und langdauernden Aufbewahrung in ätherischer Lö¬ 
sung auszusetzen. 
Das Cuorin ist, wie erwähnt, ebenso wie andere Phos¬ 
phatide imstande, Verbindungen mit Platinchlorid und 
Chi or cadmium einzugehen. Es geht aus späteren Unter¬ 
suchungen hervor, daß Verbindungen dieser Art, mit leichter 
zugänglichen Phosphatiden, bisher so wenig studiert und die 
Verhältnisse so unklar sind, daß momentan keine Veranlassung 
vorliegt, eine eingehende Untersuchung der Metalldoppelsalze 
des Cuorins anzustellen. 
Ich habe aber einen Versuch zur Darstellung der Platin¬ 
chloridverbindung des Cuorins gemacht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.