Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der organischen Gerüstsubstanz des Anthozoenskeletts. I. Mitteilung
Person:
Mörner, Carl Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18467/25/
Über die organische Gerüstsubstanz des Anthozoënskeletts. I. 59 
her. Dieser spricht es deutlich aus, daß er diese Substanz 
nicht für chemisch identisch mit der Gerüstsubstanz in den 
Hörnern, Nägeln oder Klauen («de la corne») der Säugetiere hält, 
sondern daß sie einen Stoff sui generis darstellt, obwohl er, 
auf Grund gewisser Übereinstimmungen zwischen ihnen, die 
Benennung Cornein vorschlägt. Von Schwefelgehalt wird nichts 
erwähnt. Valenciennes’ Zeitgenosse Fremy1) dagegen hält 
die Gorgonaceensubstanz, die er als schwefelfrei angibt, für 
analog mit Conchiolin und bezeichnet sie auch mit demselben 
• • 
Namen. In Übereinstimmung mit Fremy gibt Krukenberg 
— der Valenciennes’ Benennung Cornein akzeptiert und im 
übrigen keine bestimmte Ansicht über die Stellung des Gor¬ 
gonius in systematischer Hinsicht ausgesprochen hat — die Sub¬ 
stanz als schwefelfrei an.2) Hauptsächlich auf Grund des Stu¬ 
diums der hydrolytischen Spaltungsprodukte hat Dreehsel3) 
das Gorgonin den Keratinsubstanzen der Wirbeltiere an die 
Seite gestellt. Von einem Versuch, durch eine Analysierung 
des Schwefelgehalts diese Diagnose zu stützen, wird jedoch nichts 
erwähnt. In letztgenannter Hinsicht hat Henze Drechsels 
Bemerkung zu komplettieren versucht und glaubt in dem erhal¬ 
tenen Resultat — 2,32 °/o S — eine Bestätigung für sie erhalten 
zu haben.4) Schließlich hat Cook5) bei der S-Bestimmung an 
Material von mehreren verschiedenen Arten (7 Stück) Werte 
gefunden, die weit niedriger sind als die Henzes, im Durch¬ 
schnitt l,30°/o6) (ohne im Anschluß daran eine bestimmte An¬ 
sicht über die Stellung des Gorgonius zu den Keratinen zu 
formulieren). 
Ü [E. S. 97]. 
2) «---da selbst größere Stücke, mit reinem Salpeter und 
reiner Soda verascht, nur wässerige Lösungen lieferten, in denen sich 
auf Zusatz von Chlorbaryum und Salzsäure kaum eine Trübung aus¬ 
bildete» [L. S. 4]. * 
3) [D. S. 95]. 
4) Wenn Henze [H. S. 62] sagt: «Es existieren darüber (= Schwefel¬ 
gehalt) keine Angaben», so ist das ja nicht völlig exakt, indem sowohl 
Fremy als besonders Krukenberg das Gorgonin ausdrücklich als 
schwefelfrei angegeben haben. 
5) [B. S. 97]. 
6) Niedrigster: 0,85, höchster: 1,64°/o.
        

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