Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der organischen Gerüstsubstanz des Anthozoenskeletts. I. Mitteilung
Person:
Mörner, Carl Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18467/24/
58 
Carl Th. Mörner, 
Das Vermögen der Gorgonaceen, die ihnen als Ionen nur 
spurenweise zur Verfügung stehenden Haloide des Meerwassers, 
J und Br, zu entionisieren und aufzunehmen, um sie in kon¬ 
zentrierter Form in ihrem Skelett (nicht im Coenenchym) zu 
deponieren, ist ja höchst bemerkenswert. Dr e eh sei neigt der 
Annahme zu, «daß diese Tiere das Jod zur Herstellung ihres 
Achsenskeletts notwendig brauchen». Zwar finden sich ziem¬ 
lich wesentliche Verschiedenheiten in physikalischer Hinsicht 
(Farbennüance ; Texturdichte, Härte, Elastizität usw.) zwischen 
dem Gorgonin von verschiedenen Arten oder von älteren und 
jüngeren Partien derselben Art, irgend einen Zusammenhang 
aber zwischen diesen Faktoren und dem J-, dem Br- bezw. 
dem totalen Haloidgehalt habe ich nicht feststellen können. 
Eine Stütze für Drechsels Ansicht bildet dieser Umstand nicht, 
sondern eher, soweit ich sehen kann, das Gegenteil. Die Frage nach 
der eigentlichen Bedeutung dieses eminenten Haloidaufnahme- 
vermögens der Gorgonaceen, d. h. ob es eine notwendige Voraus¬ 
setzung für ihre normale Entwicklung und Lebensfunktionen 
ist, resp. überhaupt dabei eine wesentliche Rolle spielt oder 
nicht, dürfte definitiv kaum anders zu beantworten sein als 
durch Kulturversuche mit jungen Gorgonaceenexemplaren in 
artifiziellem, J- resp. Br-freiem Meerwasser. Eine solche experi¬ 
mentelle Untersuchung müßte meines Erachtens eine dankbare 
Aufgabe sein, wert, daß sie an einer zoologischen Station un¬ 
ternommen würde, wenn es sich auch vielleicht zeigen sollte, 
daß ihrer Ausführung gewisse Schwierigkeiten sich entgegen¬ 
stellen (u. a. wegen des relativ langsamen Wachstums dieser 
Tierkolonien). 
B. Der Schwefelgehalt. 
1. Literaturübersicht. 
Die Frage nach der Stellung der Gorgonaceen-Gerüstsubstanz 
(des Gorgonins) zur K er a tin gruppe ist eng mit der nach dem 
Schwefelgehalt dieser Substanz verknüpft. Die allerfrüheste 
Angabe (1855) betreffs einiger Verhältnisse des Gorgonins zu 
einfacheren chemischen Reagenzien rührt von Valenciennes1) 
*) [S. S. 11].
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.