Bauhaus-Universität Weimar

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die Anregung zu einer ganzen Reihe ähnlicher physiologischer 
Arbeiten. 
Wenn auch die Astronomen schon die Hauptbedingungen 
festgestellt hatten, welche zu einer guten Beobachtung von Ge¬ 
sichtsreizen notwendig sind, wie Uebung und Fernbleiben aller 
störenden Einflüsse, so war es doch den Physiologen selbst Vor¬ 
behalten, die näheren Umstände zu erforschen, unter welchen 
allein eine richtige Reaction auf einen gegebenen Reiz erfolgen 
kann. Namentlich die Bedeutung des Signals und der Zählme¬ 
thode tritt schon bei den ersten Untersuchungen hervor, während 
die Zahl der Versuche in den einzelnen Serien, ferner die Art 
und Stärke des Reizes, wie die Methode den empfangenen Reiz 
zu markieren, erst allmählich die ihnen zukommende Beachtung 
fanden. 
In den ersten Arbeiten auf diesem Gebiete suchte man 
eine grosse Anzahl von möglichst gleichmässigen Reactionen 
zu erhalten, um einen recht sichern Mittelwert aus den¬ 
selben ziehen zu können. In dieser Richtung bewegen 
sich die Untersuchungen von Schelske1, Kohl rausch2 
1 Archiv für Anatomie und Physiologie von Reichert und 
Du Bois-Reymond. 1864. 
Neue Messungen der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des 
Reizes in den menschlichen Nerven. Von Dr. Rudolf Schelske. 
Derselbe gebrauchte einen schon 1861 von Peters beschrie¬ 
benen (cfr. Anm. 2 p. 14) und von Krille construierten Apparat. 
Der Beobachter wurde von einer zweiten Person durch das Wort 
„Schluss“ aufmerksam gemacht, dass der elektrische Reiz bald 
erfolgen würde. Sobald der B. den Reiz bemerkte, schloss er 
den Strom, indem er die Arme einer federnden Metallklammer 
zusammen drückte. Das Signal Avurde alle Zwölftelminute gegeben, 
möglichst regelmässig, damit der Beobachter seine Aufmerksam¬ 
keit gehörig auf den Zeitpunkt des erwarteten Reizes concen-
        

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