Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Einfluß des Lecithins auf die Wirkung der Verdauungsfermente
Person:
Küttner, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18457/3/
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S. Küttncr, 
esse bei meiner Arbeit meinen herzlichen Dank abstatte, dieser 
Frage näher zu treten. 
Zur Bestimmung der verdauenden Wirkung des Pepsins 
resp. des Trypsins gibt es eine ganze Reihe von Methoden, 
die man im allgemeinen in drei Abteilungen einteilen kann, 
nämlich in solche, wo 
1. das unverdaute Eiweiß, 
2. die aus dem Eiweiß entstehenden Verdauungsprodukte 
und 
3. der unverdaute Rückstand und die Verdauungsprodukte 
resp. ihr Stickstoffgehalt gleichzeitig bestimmt werden. 
Am besten geeignet für die große Anzahl nötig werden¬ 
der Versuche waren wegen ihrer leichten Ausführbarkeit die 
in die erste Reihe fallende Mettsche und die der zweiten an- 
gehörige Volhardsche Methode.1) Erstere Bestimmung ist so 
bekannt und so alllgemein angewandt, daß hier wohl von ihrer 
Besprechung abgesehen werden kann, letztere ist aber besonders 
in ihrer von Löhlein2) erweiterten Form noch neueren Da¬ 
tums und daher vielleicht nicht genügend bekannt und ge¬ 
würdigt. 
Volhard geht vom Casein (Rhenania Aachen) aus, führt 
dieses durch eine bestimmte Menge Normalsalzsäure in Acid- 
casein über, salzt mit Glaubersalz aus, filtriert und verbraucht 
dann zum Neutralisieren der überschüssigen, nicht an Casein 
gebundenen Säure eine bestimmte Menge Vio-n-Alkali, die er 
als Titer der Stammlösung bezeichnet. Verdaut er nun eine 
bestimmte Menge Stammlösung, so entstehen aus dem Acid- 
casein unter Freiwerden von Salzsäure Albumosen, eventuell 
auch Peptone, die beim nachherigen Aussalzen mit Glaubersalz 
und Titrieren im Vergleiche zur Stammlösung einen bestimmten 
Säurezuwachs verursachen, der sich nach dem jeweiligen Ver¬ 
dauungsgrad richtet. Als Indikator diente bei den hier folgenden 
Versuchen Phenolphtalein, welches unter anderen Indikatoren 
auch Volhard benutzte und das beim Titrieren auf eben ein¬ 
tretende Rosafärbung in bestimmten Grenzen der Versuchs- 
p Volhard, Münchner med. Wochensehr. 1903, Nr. 49, 
2) Hofmeisters Beiträge, Bd. VII, S. 120.
        

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