Bauhaus-Universität Weimar

Die Lipase des Darmsaftes und ihre Charakteristik. 
401 
eingeführt und ihn nicht einmal berührt. Der Saft, mit Schleim 
vermengt, floß selbständig aus dem Darm, sobald die Zeit seiner 
Absonderung gekommen war, und wurde mittels eines an die 
Bauch wand angelegten Trichters (so daß seine Ränder, um die 
Fistel nicht zu reizen, weit von den Rändern der letzteren zu 
liegen kamen), in einen kleinen, mit einer Graduierung in 0,1 ccm 
versehenen Zylinder, der auch an die Bauchwand gebunden war, 
gesammelt. 
Überhaupt muß man der Methodik eine große Bedeutung 
zuschreiben; einen überzeugenden Bewreis dafür bietet unter 
anderem auch die Geschichte des Darmsaftes und ich denke, 
daß es mir dank der Abwesenheit einer Reizung der Darmwand 
gelungen ist, sozusagen unverdünnten Darmsaft zu erhalten und 
0 0 7 
in ihm ein fettspaltendes Ferment zu finden. *) 
Bei allen Bestimmungen habe ich ausschließlich ausge¬ 
kochtes Geschirr benutzt. 
Aus dem erhaltenen Sekret goß ich den dünnflüssigen Saft 
apart ab und bestimmte seine Menge besonders, da es nicht 
gelang im Schleim die Anwesenheit eines fettspaltenden Fermentes 
zu beweisen. 
Zur Untersuchung des Darmsaftes auf fettspaltendes Fer¬ 
ment habe ich folgende Fettarten benutzt: 
1. Monobutyrin — welches zu diesem Zweck von Hanriot 
und Camus(4j) vorgeschlagen ist. Sein Vorzug als Reagens 
zur Bestimmung fettspaltender Fermente besteht darin, daß es 
in Wasser genügend löslich ist (es wird gewöhnlich eine l°/oige, 
x) Den nach der soeben beschriebenen Methode gewonnenen Saft 
kann man, wie mir scheint, als natürlichen Darmsaft ansehen; dafür 
bietet eine Garantie die bemerkenswerte Regelmäßigkeit und Gleich¬ 
mäßigkeit seiner Absonderung sowohl was die Zeitfolge als auch die 
Menge betrifft, ferner auch die stets gleiche Zusammensetzung, beurteilt 
nach der vielfach kontrollierten Menge der Enterokinase und des fett¬ 
spaltenden Fermentes. Außerdem ist er viel reicher sowohl an diesen 
Fermenten als auch an Diastase und Invertase, als die allerkonzentrier¬ 
testen Portionen des unter Reizung des Darmes erhaltenen Sekretes. Ich 
nehme an, daß auch im Gehalt an den übrigen Fermenten (Erepsin, 
Maltase u. a.), die ich nicht bestimmt habe, zwischen diesen Säften das¬ 
selbe Verhältnis besteht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.