Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der allmählichen Hydrolyse des Pferdeoxyhämoglobins
Person:
Kirbach, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18434/13/
Zur Kenntnis der allmählichen Hydrolyse des Pferdeoxyhämoglobins. 141 
Also enthält das dargestellte Kyrinsulfat: 
34,26 o/o C 
5,98 °/o H 
15,08 °/o N 
10,95 °/o S 
33,73 Q/o 0 
100,00 °/o. 
Der Versuch, den Stickstoff, wenn auch nicht ganz, so doch in 
einem bestimmten Verhältnisse nach der Methode von Knop-Hüfner 
durch Vermischen der in Wasser gelösten Substanz mit unterbromig- 
saurem Natron in Freiheit zu setzen und zu bestimmen, und dadurch 
vielleicht einen tieferen Einblick in die Natur des Kyrins zu erhalten, 
ergab keine sicheren Resultate. Wenn auch nicht erwartet wurde, daß 
der Stickstoff wie beim Harnstoff quantitativ abgespalten werden sollte, 
so konnte man immerhin vermuten, daß die Menge des in Freiheit ge¬ 
setzten N bei allen Bestimmungen, wenigstens was die reinen oder 
ziemlich reinen Präparate anbetrifft, in einem bestimmten Verhältnisse 
zum Gesamtstickstoff stünde, umsomehr als Fränkel angibt, daß er der¬ 
artige Versuche mit dem Histidin angestellt hat. Nach seinen Angaben Q 
wird durch unterbromigsaures Natron l/3 des Histidin-N, also eins von 
den 3 N-Atomen, als elementarer Stickstoff abgespalten. Da das aus 
dem Hämoglobin dargestellte Kyrin nun ebenfalls Histidin enthält, konnte 
ähnliches hier erwartet werden ; außerdem war es nicht ausgeschlossen, 
daß auch die Komplexe der übrigen Spaltungsprodukte auf diese Weise 
N in proportionaler Menge in Freiheit setzten. 
Zur Herstellung des unterbromigsauren Natrons oder der Brom¬ 
lauge wurden 68 g Natriumhydrat in 1 1 Wasser gelöst und dazu 50 g 
Brom = 16 ccm gesetzt, bie wurde für jede Bestimmung frisch be¬ 
reitet, wenn nicht eine Reihe von Bestimmungen nebeneinander ausge¬ 
führt wurde. Zur Verwendung kam der bekannte Hüfnerapparat. Um 
eine recht schnelle und intensive Vermischung der im untersten kali¬ 
brierten Kölbchen befindlichen, in Wasser gelösten Substanz mit der 
Bromlauge zu ermöglichen, wurde vor dem Öffnen des das Kölbchen 
verschließenden Hahns Quecksilber in den bauchig erweiterten Teil der 
Röhre gefüllt. Beim Beginn der Bestimmung nun trat nach Öffnen des 
Hahns das Quecksilber schnell in das Kölbchen ein und drängte die 
Substanz nach oben. Die Stickstoffentwicklung begann sofort, setzte sich 
einige Zeit eneigisch tort und ließ dann allmählich nach. In bestimmten 
Zeitabschnitten wurden die Volumina abgelesen. Ein bestimmter Zeit- 
9 Fränkel, Darstellung und Konstitution des Histidins. Aus den 
Sitzungsberichten der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. 
Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse Bd. CXII, Abt. II b. März 1903.
        

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