Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vergleichende Untersuchungen über den Wert der Alménschen Wismutprobe und der Worm Müllerschen Kupferprobe bei der Untersuchung des Harnes auf Zucker
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18430/5/
40 
Olof Hammarsten, 
Nach beiden Verfahren arbeitet man also immer mit 5 ccm 
Harn und 2,5 ccm alkalischer Seignettesalzlösung, und der Unter¬ 
schied besteht nur darin, daß Worm Müller eine Reihe von Pro¬ 
ben mit verschiedenen Mengen Kupfersulfatlösung kocht, während 
Pflüger dagegen «gewöhnlich» nur 3 ccm Kupfersulfatlösung 
zu der Prüfung verwendet. Durch die succesive Prüfung mit 
steigenden Kupfersalzmengen wird die ursprüngliche Worm 
Müller sehe Probe umständlich und zeitraubend. Das P f 1 ü g e r sehe 
Verfahren ist viel einfacher und aus dem Grunde ist es auch 
nach ihm wohl praktisch zweckmäßiger, wenn es sich darum 
handelt, das Vorhandensein der Glykosurie zu beweisen. 
In beiden Fällen ist ferner die Reaktion nur dann als posi¬ 
tiv und beweisend anzusehen, wenn nicht nur Entfärbung der 
Flüssigkeit, sondern auch eine wirkliche Ausfällung von Oxydul 
zum Vorschein kommt. Unter Ausfällung versteht man dabei 
nicht das Entstehen eines wahren Sedimentes, sondern eine außer¬ 
ordentlich feine Suspension des Oxyduls in der Flüssigkeit, welche 
dadurch besonders vor einem dunklen Hintergrund wie von einem 
Nebel erfüllt erscheint. 
Hier besteht aber, wie ich schon in dem Vorigen ange¬ 
deutet habe, ein höchst wesentlicher Unterschied zwischen der 
Auffassung Pflügers auf der einen Seite und der von Worm 
Müller und auch anderen Forschern auf der anderen. Nach 
Pflüger besteht nämlich das Wesentliche der Probe «nicht 
darin, daß Reduktion eintritt oder nicht, sondern darin, daß nicht 
die braunrote, sondern ziegelrote Farbe des Kupfer¬ 
oxyduls sich geltend macht, welches sich ausgeschie¬ 
den hat».1) Worm Müller stellte dagegen nicht diese Anfor¬ 
derung an seine Probe, er fand auch eine «schmutzig gelbgrüne 
Trübung» beweisend. Huppert-Neubauer2) beurteilen auch 
die Probe anders als Pflüger und sie sagen (S. 117): «Das 
Oxydul bleibt (in Verbindung mit Xanthinbasen und Harnsäure) 
als schmutzig gelbgrüne Trübung fein suspendiert durch die 
ganze Flüssigkeit verteilt und ist am besten wahrzunehmen, 
Ö Die Heraushebung dieser Zeilen rührt vom Yerf. her. 
2) Anleitung zur qualit. u. quant. Analyse des Harns, 10. Aufl., 
1898, Analytischer Teil.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.