Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. VI. Mitteilung: Eiweiß- und Kohlehydratverdauung im Magendarmkanal
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18414/26/
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K. S London und W. \V. l’olowzowa, 
die gesamte Speisebreimenge aus der F is tel Öffnung herausgetreten 
war. Und in der Tat wurde unsere Voraussetzung durch den 
Sektionshef'und vollkommen bestätigt, indem wir uns dabei über¬ 
zeugten, dal) die Fistelröhre sich unter. Dildung eines Divertikels 
vom Darm (»ntlernt hatte, was infolge starker Verengerung des 
Fistellumens ein teilweises Vorbeigleiten des Speisebreies er¬ 
möglichte. Dieser Fall kann unter anderem als ein Deweis 
dafür dienen, wie wichtig es ist, die Fistelröhre von richtiger 
Grüße, d. h. mit einem nicht zu engen Lumen (ca, 2,5 cm 
Durchmesser) anzulegen. Wir legen an unseren Pyloruslistei- 
hunden die Fistel derart an, daß der Pyloruswulst in der Tiefe 
der Fistelrühre sichtbar ist. um jede Pylorusöffnung kontrollieren 
zu können. 
Die von uns im Anfangsteil des Duodenums konstatierte 
Desorption des Speisebreies geschieht nicht in gleichem Maße 
in allen seinen Deslandteilen: wie aus Tabelle D II ersichtlich, 
ist die Kiweißresorption im Magen gleich Null: vielmehr finden 
wir eine Stickstoffvermehrung gegenüber der eingeführten Stiek- 
stolhiiengo. was durch einen unvermeidlichen Dechnungsfehler 
bei Destimmung der Stüftemenge gut erklärbar ist. Dagegen 
finden wir in den meisten Versuchen einen Mangel an Kohle¬ 
hydraten. der im Mittel 2,77".o beträgt und der mangelnden 
Trockensubstanzmenge vollkommen entspricht. Auf Grund dieser 
• Angaben können wir den Schluß ziehen, daß von dem aus dem 
An fangs teil des Duodenums ausgeschiedenen Speisebrei ein 
geringer Teil von 2,15°/o als resorbiert erscheint. Wir sagen 
absichtlich aus dem Anfangsteil des Duodenums* und nicht 
«aus dem Magen , indem wir annehmen, daß diese Desorption 
nicht im Magen selbst, sondern in demjenigen Abschnitt des 
Zwölffingerdarmes stattfindet, welcher zwischen dem Pylorus 
und der Fisteiöffnung gelegen ist. Wir stützen uns dabei auf 
folgende Frwägungen : 
Durch unsere Untersuchungen am Duodenalfistelhund haben 
wir mit Sicherheit festgestellt, daß am Ende des Duodenums eine 
beträchtliche Desorption von 17,45° <> Trockensubstanz überhaupt 
stattgefunden hat; es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß auch 
im Anfangsteil desselben eine geringe Desorption zustande kommen
        

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