Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der optischen Isomeren des Arginins und Ornithins
Person:
Riesser, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18400/2/
Zur Kenntnis der optischen Isomeren des Arginins und des Ornithins. 211 
Meine Untersuchungen, deren Hauptziel die Darstellung 
und Charakterisierung des bisher unbekannten 1-Arginins war, 
erforderten naturgemäß zunächst die Darstellung größerer Mengen 
d-Arginins und des Racemkörpers. Es erschien geboten, auch 
von diesen teils bekannte, teils neue möglichst charakteristische 
Verbindungen herzustellen, um die drei optischen Isomeren in 
einer Anzahl ihrer Verbindungen vergleichen zu können. Zur 
Erleichterung dieses Vergleiches dient die Tabelle Seite 237. Der 
Verlauf der Arbeit gab schließlich Anlaß, auch dem Ornithin 
einige Beachtung zu widmen. 
I. Teil: 
Über das Arginin. 
A. Das d-Arginin. 
1. Darstellung. 
Als Ausgangsmaterial wurde Edestin aus Hanfsamen be¬ 
nutzt, welches, nach den Untersuchungen von A. Kos sei und 
A. J. Patten,1) 14°/o Arginin enthält, also einer der arginin- 
reichsten Eiweißkörper ist. Es läßt sich bekanntlich leicht in 
krystallisiertem Zustande und in ziemlicher Reinheit erhalten. 
Ich habe auf Grund der bekannten Eigenschaften des 
Arginins eine bequeme Methode zur Darstellung des Arginins 
aus Edestin ausgearbeitet. Seitdem hat auch E. Fischer2) 
dasselbe Material zur Darstellung größerer Mengen von Arginin 
benutzt. Da die von ihm angegebene Darstellungsweise in mancher 
Hinsicht von der meinigen abweicht, halte ich es nicht für 
überflüssig, mein Verfahren zu beschreiben; auch glaube ich 
durch Angabe technischer Details späteren Untersuchern nützen 
zu können. 
200 g Edestin werden im Rundkolben mit 600 g konzen¬ 
trierter Salzsäure (spezifisches Gewicht 1,19) übergossen und am 
langen Rückflußkühler zunächst auf dem Wasserbade solange er¬ 
hitzt, bis das lästige Aufschäumen aufgehört hat (1—lx/s Stunden). 
4) Diese Zeitschrift, Bd. XXXVIII, S. 42. 
2) Ber. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. XXXVIII, S. 4187. 
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