Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der Trypsinwirkung. II. Mitteilung: Die Frage nach dem Vorkommen von Erepsin im Pankreas
Person:
Mays, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18396/62/
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Beiträge zur Kenntnis der Trypsinwirkung. II. 
zu beurteilen. Hier wird man viel eher berechtigt sein, auf 
die Anwesenheit zweier Enzyme zu schließen, besonders wie 
in dem vorliegenden Falle, wo das eine derselben in isoliertem 
Zustande bekannt ist. Wenn Vernon auch einige Enter¬ 
schiede zwischen dem Pankreas- und dem Darmerepsin 
funden haben will, so scheinen sie mir doch zu unbedeutend, 
um daraus wieder auf zwei verschiedene Knzvme zu schließen. 
Nach Vernon1) findet sich aber isoliertes Erepsin in den ver¬ 
schiedensten Organen, und daß überhaupt ein isoliertes Erepsin 
existiert, wird niemand mehr bezweifeln, nachdem Cohnlicim8) 
an einem Hunde, der 7 Tage die Exstirpation des Pankreas, vor¬ 
züglich überlebt hatte, gezeigt hat, daß das Darmextrakt ereptisch, 
aber nicht librinlösend wirkte. 
Indessen ist auch bei dem vollständigen unter gewissen 
l mständen beobachteten Fehlen einer Wirkung nicht mit Sicher¬ 
heit auf zwei Enzyme zu schließen. Für diesen vollständigen 
Ausfall einer bestimmten Teilwirkung eines Enzyms sind auch 
die vielfach sehr skeptisch aufgenommenen Angaben Finklers'1) 
über das Isopepsin ein Beispiel, das durch die jetzigen Er¬ 
fahrungen über die Verschiedenheiten der Pankreaswirkungen 
an Bedeutung gewinnt. Durch Eindampfen einer Popsinlösung 
s« hon bei ro 1 iaber auch bei höheren Temperaturen'bis zu 
,i() und 7()° «b™ gleichen Erfolge) fand Finkler das Enzym 
so verändert, daß es koaguliertes Eierweiß zwar sehr gut löste 
und einen Teil auch peptonisierte (wobei damals allerdings die 
Albumosen noch nicht bekannt waren, so daß die Verdauung 
vielleicht auch bei diesen stehen blieb), sicher aber einen Teil 
der ersten Verdauungsprodukte, das Meißnerscbe Parapepton 
in keiner Weise weiter angritf, selbst wenn immer neues Enzym 
zugegeben wurde. Ich weiß nicht, ob Finkler selbst in dem 
Isopepsin einen abgetrennten Teil oder einen veränderten Zu¬ 
stand des Pepsins hat sehen wollen (er nennt es eine Modifikation). 
Jedenfalls ist die Frage auch hierfür diskutabel. 
O Journ. of Physiol., vol. XXXII. p. p.MH. 
‘‘) Oicsc Zeitschrift, lid. XLVI1. S. 2Sf5. 
‘ Pflügers Archiv, ltd. XIV. S. 11H.
        

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