Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Nachweis toxischer Basen im Harn. III. Mitteilung
Person:
Kutscher Lohmann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18390/2/
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Kutscher und Lohmann. 
säure aus und stellten daraus nach bekannten Methoden mit 
Hilfe von Baryt usw. die kohlensauren Basen dar. Die Lösung 
derselben engten wir stark ein. Nach einiger Zeit krystallisierte 
ein großer Teil des Kreatinins in dünnen, gelben Blättchen aus, 
die wir absaugten. Die Mutterlauge vom Kreatinin säuerten 
wir mit Salzsäure an. Dadurch ließ sich ein Teil des Harn- 
farbstolTes, der ja auch in die Phosphorwolframfällung mit ein¬ 
geht, in dunkelbrauen klebrigen Flocken abscheiden. Wir 
nitrierten davon ab, engten die Lösung der Chloride zum Sirup 
ein und nahmen den Rückstand mit Alkohol namentlich zur 
Entfernung des Kaliumchlorids auf. Die alkoholische Lösung 
wurde auf dem Wasserbade verdunstet, der Rückstand von 
neuem mit Alkohol aufgenommen und diese Operation so oft 
wiederholt, bis sich der Rückstand in käuflichem absoluten 
Alkohol auch in der Kälte leicht löste. Die alkoholische Lösung 
verarbeiteten wir dann nach der von uns geschilderten, ge¬ 
kürzten Methode. 
Zu diesem Zwecke fällten wir sie mit 2G°/oiger alkoholischer 
Platinchloridlösung vollkommen aus. Wir wollen die Fällung als 
«Platinfällung 1» bezeichnen. Nach 48 Stunden filtrierten wir von 
dem reichlichen Niederschlage ab, wuschen ihn mehrmals mit 
kaltem, absolutem Alkohol aus und lösten ihn in heißem Wasser 
Ein kleiner Teil der Platinate blieb unlöslich zurück. Wir zer¬ 
setzten die in Wasser unlöslichen Platinate mit Schwefelwasser¬ 
stoff. Dabei zeigte sich, daß sie hauptsächlich aus Verbindungen 
des Platins mit llarnfarbstoff bestanden hatten. Sie enthielten 
aber auch eine organische Base, die uns bisher jedoch nicht 
zugänglich gewesen ist. 
Die in Wasser löslichen Platinate zersetzten wir mit 
Schwefelwasserstoff. Die Lösung der so erhaltenen Chloride 
gab nur schwache Kreatininreaktion. Wir entfärbten dieselbe 
mit Tierkohle, engten sie zum Sirup ein, nahmen denselben 
mit absolutem Alkohol auf und fällten ihn nochmals mit alko¬ 
holischer Platinchloridlösung. Dabei blieb jetzt, wie sich später 
zeigte, ein nicht unbeträchtlicher Teil der Basen, die sich zuerst 
durch Platin hatten niederschlagen lassen, in Lösung. Diese 
namentlich zur vollständigen Beseitigung des Kreatinins ange-
        

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