Bauhaus-Universität Weimar

436 
M. Jaffé, 
Bei weiterer Modifikation der Versuchsbedingungen hätte 
sich wahrscheinlich eine quantitative Umwandlung erreichen 
lassen, doch habe ich diese Versuche nicht fortgesetzt. Das beste 
Resultat (94,3 °/o) für reines Kreatin wurde bei mehrstündigem 
Erhitzen im Wasserbade und einer Säurekonzentration von 
ca. 2 bis 2,5 °/o C1H erhalten, während bloßes Abdampfen mit 
gleich verdünnter Säure eine viel geringere Ausbeute (86,4 °/o) 
lieferte. 
Bei stundenlangem Kochen am aufsteigenden Kühler mit 
konzentrierter Säure (4—5°/o C1H), ganz besonders aber beim 
Erhitzen unter Druck (Versuch 5), blieben die gefundenen Werte 
hinter den berechneten erheblich zurück. Energischere Ein¬ 
wirkung der Salzsäure scheint hiernach zerstörend auf das 
Kreatinin zu wirken. Wie weit dies auch für den Harn zutrifft, 
konnte nur durch besondere Versuche entschieden werden. Es 
war anzunehmen, daß die komplexe Zusammensetzung des Harns, 
welche der siedenden Säure zahlreiche Angriffspunkte liefert, 
das Kreatinin vor der zerstörenden Einwirkung derselben schützt. 
Dies scheint in der Tat bis zu einem gewissen Grade wenigstens 
der Fall zu sein. 
In einem Versuche wurden je 400 ccm desselben Kaninchen¬ 
harns mit Zusatz von 0,2664 g Kreatin (entspr. 0,367 KrZnGl3) 
verarbeitet, die alkoholischen Extrakte in je 100 ccm Wasser 
gelöst und mit 20 ccm C1H (von 25°/o) versetzt. Die eine 
Portion a) wurde 4 Stunden auf dem Wasserbade erhitzt, die 
andere b) am aufsteigenden Kühler ebensolange in lebhaftem 
Kochen erhalten. Aus a) wurden 0,3608 g, aus b) 0,3610 g 
KrZnCl2 gewonnen (ohne Abzug des im Harn präformierten 
Kreatins). In einem anderen Versuche1) hat allzulanges fort¬ 
gesetztes Kochen vermindernd auf den Kreatingehalt gewirkt. 
Je 500 ccm Harn, mit 0,2069 g Kr (— 0,285 KrZnCl2) ver¬ 
setzt, ergaben unter sonst gleichen Bedingungen (100 ccm Extrakt¬ 
lösung -j- 20 ccm C1H) nach 5 ständigem Kochen am aufsteigen- 
l) In diesem und dem vorigen Versuche wurde die Pikrinsäure¬ 
behandlung umgangen, da ZnCl2 in dem alkoholischen Auszug eine ganz 
homogene krystallinische Fällung gab, deren Zinkgehalt (21,42 °/o resp. 
20,6°/o) sich von dem berechneten Werte nicht allzuweit entfernt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.