Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen zu dem Aufsatz von E. Abderhalden und A. Schittenhelm "Über den Gehalt des normalen Menschenharns an Aminosäuren"
Person:
Mohr, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18370/1/
Bemerkungen zu dem Aufsatz 
von E. Abderhalden und A. Schittenhelm. 
«Über den Gehalt des normalen Menschenharns an Aminosäuren 
Diese Zeitschrift, Bd. XLVII, S. 339—344. 
Von 
L. Mohr (Berlin). 
(Der Redaktion zugegangen am 3. Juni 1906.) 
Auf Seite 343 des oben genannten Aufsatzes beschäftigen sich 
E. Abderhalden und A. Schittenhelm unter anderm auch mit einer 
Notiz, welche ich über einen eigentümlichen Befund im Harn eines 
pankreaslosen Hundes im 2. Bande der Zeitschrift für experimentelle 
Pathologie und Therapie Seite 666 und 667 gemacht habe. Es war mir 
gelungen, aus dem Harn dieses Tieres nach Verfütterung von 10 g D-Leucin 
eine NaphtalinsulfoVerbindung darzustellen, welche ich vermutungsweise 
als ein Polypeptid des Leucins deutete. Gegen diese Deutung erheben 
Abderhalden und Schittenhelm Protest, weil sie nach ihrer Meinung 
irrtümlich sei, und legen Verwahrung dagegen ein, Befunde wie den 
meinigen, die nicht nach allen Regeln der chemischen Analysen sicher¬ 
gestellt seien, überhaupt mitzuteilen. 
Die Wiedergabe meiner kurzen Notiz durch Abderhalden und 
Schittenhelm ist mangelhaft und entstellt, und dadurch geeignet, den 
vorurteilsfreien Leser über den wahren Sachverhalt und besonders über 
die Gründe, welche meine Deutung und die Veröffentlichung des Befundes 
veranlaßt haben, zu täuschen. Abderhalden und Schittenhelm suchen 
nämlich den Anschein zu erwecken, als hätte ich eine zufällig in einem 
beliebigen mit Naphtalinsulfochlorid behandelten Harn gefundene krystalline 
Substanz als Leucin-Polypeptid bezeichnet, und zwar in völliger Unkenntnis 
darüber, daß überhaupt die N-Analyse nicht genügt, eine organische 
Verbindung eindeutig zu charakterisieren. Dabei verschweigen aber 
Abderhalden und Schittenhelm, daß ich selbst ausdrücklich auf 
diesen Punkt hingewiesen und die Unvollständigkeit der Analyse mit dem 
Mangel an Ausgangsmaterial begründet habe. Ferner verschweigen sie die 
Tatsache, daß die fragliche Substanz als anscheinend völlig reine, in Kugeln 
zusammenliegende, nadelförmige Krystalle aus dem Harn eines pankreas¬ 
losen Hundes, der vorher 10 g D-Leucin bekommen hatte, isoliert wurde.
        

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