Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die quantitative Bestimmung von Cholin und Betain in pflanzlichen Stoffen und einige Bemerkungen über Lecithine
Person:
Stanek, Vladimir
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18366/3/
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Vladimir Stanëk 
wenn die Lösung verdünnt ist. Nach Fällung des überschüssigen 
Baryums mittels Kohlendioxyd wurde filtriert, das Filtrat kon¬ 
zentriert und mit Tannin gefällt. Nach der Beseitigung des 
gewöhnlich sehr bedeutenden Niederschlages wurde der Über¬ 
schuß des Reagens mit Barythydrat entfernt, nach der Filtration 
die Lösung schwach mit Schwefelsäure angesäuert und zum 
dünnen Sirup eingedampft. 
Anfangs versuchte ich das Cholin mittels Kaliumtrijodid 
in Gegenwart von Natriumbicarbonat zu fällen, beobachtete 
jedoch, daß das Jod in alkalischer Lösung zu energisch mit 
den organischen Substanzen reagiert, so daß ziemlich viel Jodo¬ 
form und Jodwasserstoff entsteht, die Lösung sauer wird und 
Betain in den Niederschlag des Cholins mitübergeht. Es er¬ 
wies sich als vorteilhafter, zuerst beide Basen aus saurer 
Lösung zusammen zu fällen und die Scheidung erst nachträg¬ 
lich auszuführen. Die Fällung wurde stets zweimal ausgeführt, 
da Betain nur aus einem stark sauren Medium ausfällt, in 
welchem sich aber Cholin nicht quantitativ durch Kaliumtrijodid 
zur Abscheidung bringen läßt. Es wurde folgendermaßen ver¬ 
fahren: Der obenerwähnte Sirup wurde auf etwa 20° Bx ver¬ 
dünnt, schwach mit Schwefelsäure angesäuert und solange 
Kaliumtrijodidlösung zugefügt, bis keine weitere Fällung mehr 
eintrat. Das Kaliumtrijodid scheidet bei stärkerer Verdünnung 
Jod ab, doch ist der Niederschlag von ganz anderer Beschaffen¬ 
heit als die ausgeschiedenen Perjodide, und man kann bei 
einiger Übung die Grenze genau erkennen. Anfänglich suchte 
ich dieser Schwierigkeit durch Anwendung verdünnterer Lösungen 
von Jod in Jodkaliumlösung (etwa 15°/oige KJ-Lösung wurde 
mit Jod gesättigt) auszuweichen. Nach der Fällung wurde ein 
kleiner Teil der Flüssigkeit abgehoben und geprüft, ob sich 
bei weiterem Zusatze des Reagens noch ein Niederschlag bildet. 
Nach sechsstündigem Stehen wurde die Flüssigkeit abgegossen, 
der Niederschlag mit Wasser abgespült oder, falls er pulverig 
war, auf dem Witt sehen Filter abgesaugt. Das Filtrat wurde 
mit Kochsalz gesättigt und soviel Schwefelsäure zugesetzt, daß 
die Flüssigkeit etwa 10°/o derselben enthielt, und mit Kalium¬ 
trijodid gefällt. Das Perjodid wurde dann abgesaugt und zuerst
        

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