Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die quantitative Bestimmung von Cholin und Betain in pflanzlichen Stoffen und einige Bemerkungen über Lecithine
Person:
Stanek, Vladimir
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18366/11/
Über die quantitative Bestimmung von Cholin und Betain. 345 
Es läßt sich nicht erwarten, daß es sich bis auf Betain oxydieren 
würde, da dieses z. B. in der Erbse und dem Hafer, die unter 
gleichen Bedingungen lagerten, nicht einmal in Spuren ge¬ 
funden wurde. 
Den Zerfall von Lecithin beim Lagern an der Luft hat 
auch Jaeekle1) im Eierteige beobachtet, in welchem nach der 
Menge des Lecithins auf die Menge der Eier resp. des Eigelbes 
zurückgeschlossen wurde. Er wies nach, daß infolge der Ab¬ 
nahme des Lecithins diese Schlußweise unrichtig ist. 
Die Abnahme an Cholin ist besonders in den 3 letzten 
Fällen der Tabelle auffällig. Im Blattwerk der Zuckerrübe, 
welches etwa 7 Monate an der Luft und Licht lagerte, ließ sich 
kein Cholin nachweisen ; zur Bestimmung des Lecithins reichte 
leider das Material nicht aus. In einer Probe frischer Blätter 
war die vorhandene Menge Cholin nicht nur für das Lecithin 
ausreichend, sondern überwog sogar noch. 
Doch selbst die angenommene Abnahme an Lecithin 
erklärte den Mangel an Cholin nicht vollkommen. In den meisten 
Fällen übertrifft der aus der Lecithinmenge berechnete Cholin¬ 
gehalt den wirklich gefundenen. Manchmal sind die Differenzen 
klein, sodaß sie auf Versuchsfehler zurückgeführt werden könnten, 
bei der Linse und den Pferdebohnen handelt es sich um Gramme 
Cholin, die wohl kaum hätten übersehen werden können. 
Die angeführte Divergenz der Resultate kann auf zweierlei 
Weise erklärt werden. Entweder ist in den betreffenden Pro¬ 
dukten Betainlecithin2) vorhanden oder es kommen in dem 
ätherischen und alkoholischen Extrakt phosphorhaltige Stoffe 
vor, die kein Lecithin sind. Vielleicht handelt es sich um die, 
die durch den Zerfall von Lecithin hätten entstehen können. 
Die Salze der Distearylglycerinphosphorsäure sind ätherlöslich,3) 
die freie Glycerylphosphorsäure ist in Alkohol löslich und auch 
ihre Salze sind nicht vollkommen unlöslich, wie ich mich durch 
folgenden Versuch überzeugt habe: 
a) 2,3 g Natriumglycerophosphat (50°/oig, Merck) wurde 
*) Zeitschr. f. Unters, v. Nahrungs- u. Genußm., Bd. VII, S. 513 u. 673. 
2) v. Lippmann, 1. c. 
3) Beilstein, Bd. I, S. 446.
        

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