Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die quantitative Bestimmung von Cholin und Betain in pflanzlichen Stoffen und einige Bemerkungen über Lecithine
Person:
Stanek, Vladimir
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18366/10/
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Vladimir Stanëk 
Reduktionsvorgänge vor, die nachzuahmen bis jetzt nicht ge¬ 
lungen ist. 
In den Produkten, welche lange Zeit gemahlen lagerten, 
war auffällig die geringe Menge des Cholins, obwohl das ge¬ 
samte Cholin sowohl das präformierte, wie das in den Leci¬ 
thinen enthaltene bestimmt wurde. 
Als ich die Menge des Cholins in den Lecithinen, die nach 
den Literaturangaben in den entsprechenden Pflanzensamen ent¬ 
halten sind, berechnete (siehe Tabelle, K. XII.) und mit meinen 
Resultaten verglich, fand ich in einer ganzen Reihe von Fällen, 
daß die Menge des Cholins, die in den Lecithinen vorausgesetzt 
wird, weitaus jene überwiegt, die ich wirklich gefunden habe. 
Ich bestimmte das Lecithin in den von mir untersuchten Pro¬ 
dukten nach der Methode von Schulze:1) 
20 g2) des auf der Dreefschen Mühle feinstgemahlenen Ma¬ 
terials wurde im Vakuum über Chlor calcium bei 50—60° ge¬ 
trocknet mittels Äther, der über Natrium rektifiziert war, ex¬ 
trahiert, der Rückstand nach der Extraktion im Vakuum von 
Äther befreit und dreimal mit je 200 ccm absolutem Alkohol 
ausgekocht. Nachdem wurde der alkoholische Extrakt mit dem 
ätherischen vereinigt, eingedampft und in einer Platinschale 
getrocknet, mittels Soda und Salpeter verbrannt, und in der 
Schmelze P205 nach der Molybdänmethode bestimmt. Die ein¬ 
gewogene Menge Mg2P207 ergibt, mit dem Faktor 7,27 multi¬ 
pliziert, die Menge des Lecithins. Die Resultate sind, wie aus 
der Kolumme X der Tabelle ersichtlich ist, merklich kleiner als 
die in der Literatur angegebenen.3) Man kann annehmen, daß 
das Lecithin während des langen Lagerns der gemahlenen Samen 
in seine Komponenten zerfiel: die Distearyl-(oder Palmityl-) 
glycerinphosphorsäure, die Glycerinphosphorsäure oder beide und 
Cholin, welches, da unbeständig, einem weiteren Zerfalle unterlag. 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XX, S. 225. 
2) Schulze hat etwa 15 g Substanz und 150 ccm Alkohol ange¬ 
wendet; mit Rücksicht auf die geringere Menge Lecithin verwendete ich 
zur Bestimmung größere Substanzmengen. 
3) Ich habe auch den Lecithingehalt in frischen Samen bestimmt. 
Die Resultate nähern sich sehr denen von Schulze.
        

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