Bauhaus-Universität Weimar

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Erich Grafe, 
der Destillation bereiten, noch etwas geringer ist wie in der 
Leber, hat darin seinen Grund, daß die bei der Destillations¬ 
methode unvermeidlichen Fehlerquellen durch Auswaschen, 
Titrieren usw. stets dieselben bleiben, aber je nach der Menge 
des gefundenen Ammoniaks verschieden stark in die Erscheinung 
treten ; je kleiner die Mengen, desto schwerer fallen die Fehler 
ins Gewicht. Wenn man bedenkt, daß eine Fehlerquelle allein, 
z. B. ein Tropfen bei der Titration zu viel oder zu wenig ge¬ 
braucht, für den Mittelwert der Leber schon einen mittleren 
Fehler von 0,11 °/o, für die Muskulatur von 0,06°/o bedingt, so 
wird man bei Substanzen, die nur 0,0001—0,0002°/o NH3 ent¬ 
halten, eine größere Genauigkeit wie die von 0,9°/o mittlerem 
Fehler der Bestimmungen untereinander kaum verlangen können. 
Stellt man den eben mitgeteilten Zahlen die mittleren 
Fehler der nach der Nencki-Zaleskischen Methode ausge¬ 
führten Bestimmungen — andere Verfahren kommen hier nicht in 
Betracht — gegenüber, so ist der Unterschied in der Genauigkeit 
außerordentlich groß. Während der mittlere Fehler meiner 
Besultate bei der Leber im Durchschnitt 0,87 °/o beträgt, er¬ 
reicht er bei der im Petersburger Laboratorium geübten Methode, 
wie oben ausgeführt, die Höhe von 4,42 °/o, für die Muskulatur 
sogar 6,48 °/o gegenüber 0,85°/o mittlerem Fehler meiner Be¬ 
stimmungen in diesen Organen. Die von mir beschriebene 
Methode ist also der bisher geübten um das 5—6 fache an 
Genauigkeit überlegen. 
Um die Destillation mit Magnesia beurteilen zu können, 
habe ich in vielen Fällen eine dritte Parallelprobe nach den 
Angaben der beiden russischen Forscher behandelt und bekam 
dabei für die Leber Mengen, die zwischen 9,63 und 12,30 mg NH3 
lagen, also größer waren, wie bei Anwendung von Soda und Koch¬ 
salz. Jedoch gelang es mir hier nur in einem Falle, bei der Nach¬ 
destillation, die in der siebten Stunde für die mit der Soda- 
und Kochsalzlösung behandelten Parallelproben 0,00 oder höch¬ 
stens 0,05 ccm Vio-Normal-NHg ergab, einen Wert zu erzielen, 
der unter 0,1 lag, sodaß ich die Angabe Folins, daß bei An¬ 
wendung von MgO immer wieder geringe, neue Mengen von 
Ammoniak auftreten, vollauf bestätigen kann.
        

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