Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Einwirkung von verdünnter Salzsäure auf die Eiweißstoffe
Person:
Swirlowsky, Ed.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18362/28/
Über die Einwirkung von verdünnter Salzsäure auf die Eiweißstoffe. 279 
Die Lösung der betreffenden getrockneten Eiweißkörper 
enthielt: 0,369°/o Gesamtstickstoff und 0,038°/o Monoamino- 
stickstoff, — also betrug die Menge des letzteren etwa 10,2°/o 
der Gesamtstickstoffmenge der betreffenden Lösung. 
Aus den eben angeführten parallelen Versuchen mit 
feuchten und getrockneten koagulierten Eiweißkörpern des 
Pferdeblutserums ist zu schließen, daß: 
1. Die bei 103—105" C. getrockneten, vorher koagulierten 
Eiweißkörper des Pferdeblutserums bei andauerndem Digerieren 
derselben mit 0,5°/oiger Salzsäure bei 36—38 °C. vollständig 
in Lösung übergehen und einer allmählichen Spaltung anheim- 
failen, wobei stickstoffhaltige, durch Phosphorwolframsäure nicht 
fällbare Produkte gebildet werden. Solche Spaltung unter Bil¬ 
dung der eben erwähnten Produkte scheint bei den betreffenden 
getrockneten Eiweißkörpern nicht energischer vor sich zu gehen, 
als das bei den feuchten Eiweißkörpem zu beobachten ist — 
wenigstens kann man dies aus der Menge der Spaltungsprodukte 
vom Typus der Monoaminosäuren schließen. 
2. Die Lösung der koagulierten Eiweißkörper des Pferde¬ 
blutserums in 0,5°/oiger Salzsäure bei 36—38° C. geht, wie 
es scheint, leichter dann von statten, wenn sie einem vorher¬ 
gehenden Trocknen unterworfen, als wenn sie feucht mit der 
betreffenden Säurelösung digeriert werden. 
3. Die Bemerkung L. Langsteins:1) «l°/oige Schwefel¬ 
säure vermag, bei einer Temperatur von 37 °, fein gepulvertes, bei 
100° getrocknetes krystallinisches Eieralbumin auch in Monaten 
nicht zu lösen» dürfte nach diesen meinen Versuchen skeptisch 
aufzulassen sein und müßte einem kritischen Kontrollversueh 
unterworfen werden. 
Casein. 
Die Darstellung dieses Präparats wurde folgenderweise 
vorgenommen. 'Zentrifugierte Kuhmilch wurde mit gleichen 
Teilen Wasser verdünnt und das Casein durch schwache Essig¬ 
säure ausgefällt. Die erhaltenen Niederschläge wurden mit 
Wasser sorgfältig gewaschen, durch ein Tuch geseiht und zuletzt 
*) L. Langstein, Diese Zeitschrift, Bd. XXXIX, S. 208—209. 
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