Bauhaus-Universität Weimar

Zur Kenntnis der Darmgärung. 
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die Gärung in Anwesenheit von Luft stattfinden zu lassen, für 
die Entscheidung grade dieser Frage nicht geeignet. Ich habe 
deshalb einen etwas anderen Weg eingeschlagen, indem ich 
den Inhalt des Blinddarms von Kaninchen usw. im Vakuum 
gären ließ. 
Im einzelnen war die angewandte Methodik folgende. Frisch 
getöteten, gesunden Kaninchen oder Pferden wurde der Blind¬ 
darm entnommen und sein Inhalt mit etwas dünner Kochsalz¬ 
lösung zu einem homogenen Brei verrieben. Dieser wurde nun 
in ein zu diesem Zweck konstruiertes Gärungskölbchen ge¬ 
bracht. (Fig. 1.) 
Dies besteht aus einem starkwandigen 
Gefäß von ca. 300 ccm Inhalt mit rundem 
Boden, das ein Vakuum erträgt. Es ruht 
in einem ausgehöhlten Holzfuß. Es trägt 
einen luftdicht aufgeschliffenen Helm, der 
von 2 eingeschmolzenen Kapillaren mit 
kleinen Glashähnen durchbohrt ist. Die 
eine Kapillare geht bis fast auf den Boden 
des Kölbchens, die andere nur bis an 
den Hals. An dem Hals ist ferner ein Glas¬ 
mantel aufgeschliffen, der zum Zwecke 
der luftdichten Absperrung mit einer 
Sperrflüssigkeit gefüllt werden kann. 
In dieses Kölbchen wird nun der 
Darminhalt eingefüllt, der Helm und der 
Mantel aufgesetzt, die lange Kapillare Fig. i. 
durch den Hahn verschlossen, und dann die kurze an der Strahl¬ 
pumpe bis auf 20—30 mm evakuiert. Dies geschieht, um die Luft 
aus der Flüssigkeit zu entfernen. Man läßt dann 24 Stunden in 
der Kälte stehen. Dann wird an der Blutgaspumpe völlig eva¬ 
kuiert, der Mantel mit Quecksilber gefüllt, in die überstehende 
Kapillare ebenfalls ein Quecksilbertropfen eingebracht, um auch 
hier jede Diffusion von Luft zu verhüten, und dann 1—2 Tage im 
Brutschrank der Inhalt der Gärung überlassen. Dann wurde die 
überstehende Kapillare mit Hilfe eines mit Quecksilber gefüllten 
Kapillarschlauches und einer hakenförmig gekrümmten Glaskapil-
        

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