Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anaerobe Atmung, Alkoholgärung und Acetonbildung bei den Samenpflanzen
Person:
Palladin, W. S. Kostytschew
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18360/15/
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W. Palladin und S. Kostytschew, 
abdestilliert. Das erhaltene Destillat gab folgende Reaktionen : 
1. Reaktion mit fuchsinschwefliger Säure negativ. 2. Jodoform¬ 
probe nach Müntz negativ. 3. Reaktion von Berthelot negativ. 
Das spezifische Gewicht der Flüssigkeit war gleich 1,000. Folg¬ 
lich war kein Alkohol im Destillat. 
C02 : C2H50H = 46 : 0. 
Versuch 12. 
500 9 tägiger Keimlinge von Lupinus luteus (Länge des 
Hypokotyls 3—6 cm) wurden erfroren und in den Petten- 
koferschen Apparat gebracht. Temperatur 20° Wasserstoffstrom. 
Versuchsdauer 29 Stunden. C02 = 56,8 mg. 
Der Alkohol wurde nicht bestimmt. 
Aus den Versuchen mit Lupinensamen und Lupinenkeim¬ 
lingen läßt sich folgendes schließen: 
Die anaerobe Atmung lebender Lupinensamen ist mit der 
Alkoholgärung beinahe identisch. Die anaerobe Atmung lebender 
Lupinenkeimlinge ist zwar keine typische Alkoholgärung, doch 
entstammt auch in diesem Falle mehr als die Hälfte der C02 
dem Prozeß der Alkoholgärung. Die anaerobe Atmung erfro¬ 
rener Lupinensamen und Keimlinge hat dagegen mit der 
Alkoholgärung nichts zu tun, da in diesem Falle überhaupt 
keine Alkoholbildung stattfindet. Es ist danach zu schließen, 
daß die Alkoholproduktion lebender Samen und Keimlinge ent¬ 
weder durch die Tätigkeit des Plasmas selbst erfolgt, oder es 
wird die Lupinenzymase durch niedere Temperaturen zerstört; 
diese letztere Ansicht scheint uns wahrscheinlicher zu sein. 
Die Gefriermethode ermöglicht jedenfalls eine Trennung anaerober 
Atmungsvorgänge und liefert zugleich den Beweis, daß die anae¬ 
robe Atmung auch bei nachgewiesener Abwesenheit der Zymase 
möglich ist. Auf der Fig. II. sind C02-Ausscheidung und Alkohol¬ 
bildung der Lupinensamen und Lupinenkeimlinge (auf 100 g der 
Frischsubstanz bezogen) graphisch dargestellt worden. 
Versuche mit Samen von Ricinus communis. 
Versuch 13. 
Samen von Ricinus communis major wurden im Ver¬ 
lauf von drei Tagen im Wasser geweicht, dann abgeschält und
        

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