Bauhaus-Universität Weimar

Über Latschinoffs Cholekampfersäure. 
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Sie löst sich in konzentrierter Schwefelsäure zu einer 
farblosen Flüssigkeit auf. Diese Lösung kann mäßig erhitzt 
werden, ohne daß die Substanz verändert wird, sie scheidet 
sich aus dieser vielmehr auf Zusatz von Wasser unverändert 
wieder aus. Wird die Lösung in konzentrierter Schwefelsäure 
jedoch bis nahe zum Siedepunkt der letzteren erhitzt, so tritt 
Verkohlung auf. 
Wird die Cholekampfersäure mit Salpetersäure behandelt, 
so wird sie selbst in der Siedehitze nicht weiter verändert. 
Ein Gemenge von konzentrierter Schwefelsäure und Kali¬ 
salpeter griff sie nicht an. Eine Probe der Säure wurde in 
wenig verdünnter Natronlauge gelöst, die Lösung mit Kalium- 
chlorat und rauchender Salzsäure erwärmt, bis das entstandene 
Chlor vertrieben war, nach dem Erkalten wurde filtriert und 
das Ungelöste mehrere Stunden lang mit konzentrierter Salpeter¬ 
säure auf dem Wasserbade erhitzt. Als hierauf die Salpetersäure 
auf dem Wasserbade verdampft wurde, blieb unveränderte 
Cholekampfersäure zurück. 
Versuche, ein inneres Anhydrid darzustellen. 
Diese Versuche wurden in doppelter Absicht unternommen; 
zunächst sollten sie eine Substanz liefern, welche sich zur kryo¬ 
skopischen Untersuchung besser eignet, als die Säure, und dann 
mußte sich an dem Anhydrid erkennen lassen, ob die Säure 
zwei- oder dreibasisch ist; denn das innere Anhydrid einer 
dreibasischen Säure mußte noch saure Eigenschaften zeigen. 
0,2 g Cholekampfersäure wurden mit 20 g Acetylchlorid 
9 Stunden lang am eingeschliffenen Rückflußkühler erhitzt, es 
erfolgte nur anfangs spurenweise Entwicklung von Chlorwasser¬ 
stoffgas, nicht mehr, als der Hygroskopizität des gläsernen 
Apparates zugeschrieben werden mußte ; die Cholekampfersäure 
blieb unverändert. 
0,5 g Cholekampfersäure wurde mit Essigsäureanhydrid 
im zugeschmolzenen Rohre durch 5 Stunden auf 150° erhitzt. 
Nach dem Erkalten blieb die Flüssigkeit klar und war nur 
schwach gelb gefärbt. Sie wurde im Vakuum über Ätzkali bei 
etwa 40° verdunsten gelassen. Der Verdunstungsrückstand war 
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