Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über tierische Leimstoffe. V. Mitteilung: Das Verfahren zur Darstellung der Leimstoffe
Person:
Sadikoff, W. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18350/9/
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W. S. Sadikoff 
Masse wird in eine siedende 1 °/oige Lösung von Monochlor¬ 
essigsäure gebracht; es findet eine schnelle Umwandlung der 
leimgebenden Substanz in den Leimstoff statt. Die heiße kon¬ 
zentrierte Lösung wird durchgeschlagen, eventuell filtriert, mit 
Magnesiumsülfat aus saurer Lösung ausgesalzen und mit kaltem 
Wasser und Alkohol von Säure und Salzen befreit. 
Eine weitere Reinigung des Glutins ist kapm nötig, wenn 
eine Alkalivorbehandlung vorgenommen ist. Zur Reinigung der 
Leimstoffe, welche nach den üblichen Verfahren gewonnen 
wurden und größere Beimengungen von Verseifungs- und Zer- 
setzungsprodükten des Glutins, Verunreinigungen durch Eiweiß 
und andere Körper enthalten, können neue Eigenschaften und 
Reaktionen der Leimstoffe benutzt werden, welche gestatten, 
die Leimstoffe unter eigenartigen Bedingungen abzuscheiden. 
Die Reagenzien, welche als Fällungsmittel der Eiweißkörper 
bezw. der Leimkörper betrachtet wurden, hatten sich bei ent¬ 
sprechenden Bedingungen als Lösungsmittel der Leimkörper 
herausgestellt ; aus diesen Lösungsmitteln können die Leimkörper 
wieder niedergeschlagen werden, und zwar unter solchen Um¬ 
ständen, wie es andere Proteinstoffe usw. nicht tun. 
Zur Darstellung des reinen normalen Glutins verfährt man 
in folgender Weise : Glutin wird mit kaltem Wasser, darauf 
mit kalter 20°/«iger Lösung von MgSO^) gewaschen, wodurch 
es teilweise von wasserlöslichen Salzen, Verseifungs- und Zer¬ 
setzungsprodukten, sowie allen Beimengungen, welche in Salz¬ 
lösung löslich sind, befreit wird. Man löst dann das Glutin 
in 20°/oiger Magnesiumsulfatlösung unter Erwärmen auf dem 
Wasserbade und filtriert die heiße Lösung unter Anwendung 
eines Heißwassertrichters. Nach dem Erkalten wird das Filtrat 
trübe und scheidet einen flockigen Niederschlag aus. Man gibt 
jetzt, ohne vorher zu filtrieren, zu der abgekühlten Lösung 
0,50/oige Säure (HCl oder H2S04), welche in 20°/oiger MgS04- 
Lösung bereitet ist, zu; es entsteht eine voluminöse Fällung, 
welche sich gut absetzt, gut abfiltrieren und nachwaschen läßt.8) 
‘) Wasserfrei berechnet. 
*) Die mit Säure nicht gefällten geringen Glutinreste können durch 
weiteren Zusatz von MgS04 ausgesalzen werden.
        

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