Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die vermeintliche Identität von Pepsin und Chymosin
Person:
Schmidt-Nielsen, Sigval
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18348/2/
r die vermeintliche Identität von Pepsin und Chymosin. 93 
natürlichem Hundemagensaft, in welchen sie eine regelmäßige 
Parallelität zwischen milchkoagulierender und peptonisierender 
Fähigkeit des Magensaftes beobachteten. Kurz nach dem Er¬ 
scheinen der Pawlowschen Arbeit, die übrigens durch einen 
Vortrag in Helsingfors im Monat Juli 1902 den Naturforschern 
bekannt wurde, hat jedoch Bang(4) hervorgehoben, daß die von 
Pawlow mit Hundemagensaft ausgeführten Koagulationsversuche 
darauf hindeutèn, daß es in ihnen um das von Bang entdeckte 
Parachymosin sich handelte und daß Pawlow somit niemals 
einen Vergleich von Pepsin mit typischem Chymosin angestellt hat. 
Gegen die Pawlowsche Auffassung haben sich weiter 
Schrumpf(5) und Hemmeter(6) ausgesprochen. Schrumpf 
hat aus Schweinemagenpreßsaft durch Cholesterinfällung eine 
Pepsinlösung dargestellt, die Eiweiß kräftig verdaute, ohne zu 
laben. Da seine Lösungen indessen konstant nach 3—4 Stunden 
völlig unwirksam wurden, können seine Versuche für diese 
Frage keine Beweiskraft tragen. Hemmeter sah, daß mensch¬ 
liche Magensäfte trotz Pepsinwirkung nicht labten, und weiter 
deutet er an, daß durch Immunisierungsversuche eine weitere 
Stütze für die Nichtidentität sich gewinnen läßt. 
Endlich hat Sawjalow(7) sich der unistischen Auffassung 
Pawlows angeschlossen, indem nämlich auch er die Existenz 
eines selbständigen Chymosins leugnet und die milchkoagulierende 
Eigenschaft der Magensäfte ausschließlich dem Pepsin zuschreibt. 
Außer in einer Parallelität der beiden Wirkungen glaubt Saw- 
jalow auch in seinen Untersuchungen über die Geschwindigkeit 
der Enzymwirkung bei verschiedenen Enzymkonzentrationen 
eine Stütze für die unistische Auffassung gefunden zu haben. 
Von diesem Standpunkte erklärt Sawjalow die Chymosin¬ 
wirkung als eine peptische Digestion, «eine maskierte Verdauung 
des Caseins». 
Da ich seit zwei Jahren mit einer Untersuchung über die 
Koagulation von Caseinlösungen sowohl mit Säure allein wie 
mit Lab beschäftigt bin, mußte ich natürlich auch Stellung zu 
der Frage nehmen, ob das Pepsin und Chymosin zwei ver¬ 
schiedene Enzyme seien oder nicht, und aus dem Grunde mußte 
ich auch hierüber einige besondere Untersuchungen ausführen.
        

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