Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Guajakblutprobe und die Ursachen der Blaufärbung der Guajaktinktur
Person:
Carlson, C. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18343/5/
Die Guajakblutprobe und die Ursachen der Blaufärbung usw. 73 
werden. Säurezusatz unterstützte die Reaktion nicht. Anderer¬ 
seits konnte eingetrocknetes Blut auf verschiedenen Gegen¬ 
ständen von Leinen, Holz oder Metall auch nach langer Zeit 
mit unverminderter Schärfe in der obenerwähnten Weise mit 
Hilfe von Wasserstoffperoxyd nachgewiesen werden. 
Ich will jetzt mit einigen Worten erwähnen, welches die 
Ursachen der Blaufärbung der Guajaktinktur sind, und die Ver¬ 
hältnisse besprechen, die hiermit Zusammenhängen. 
Was nun zunächst das Blut betrifft, so ergibt sich die 
Auffassung über das Wesen dieser Blaufärbung aus folgenden 
Worten Hammarstens: «Das Oxyhämoglobin wirkt ebenso¬ 
wenig wie die anderen Blutfarbstoffe direkt oxydierend auf 
Guajaktinktur. Dagegen hat es, wie alle eisenhaltigen1) Blut¬ 
farbstoffe, die Fähigkeit, als sogenannter «Ozonüberträger» 
bei gleichzeitiger Anwesenheit von ozonhaltigen Reagenzien, 
wie Terpentinöl, Guajaktinktur, zu bläuen.»2) 
Im folgenden werde ich zeigen, daß eine andere Auffassung 
dieses Oxydationsverlaufes berechtigt sein kann. Was besonders 
das Verhalten des Ozons zur Guajaktinktur betrifft, so findet 
man allgemein angegeben, daß das Ozon die Guajaktinktur blau 
färbt. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Gießt man in 
ein Voltameter, das eine U-förmige Röhre darstellt, deren Schenkel 
je 25 ccm Rauminhalt haben, und mit Elektroden aus Platina 
versehen sind, verdünnte (10°/oige) Schwefelsäure und setzt man 
dann das Voltameter in leitende Verbindung mit einer elek¬ 
trischen Batterie, so bildet sich bekanntlich an der Anode Ozon.3) 
Schichtet man auf die Schwefelsäure Guajaktinktur der Elektrode 
der Anode möglichst nahe, so sollte ja eigentlich die Guajak¬ 
tinktur, wenn sie durch Ozon oxydiert wird, blau gefärbt werden. 
Aber weder die von der Säure unberührte Tinktur noch die, 
die bei der Überschichtung teilweise damit vermischt worden 
ist, nimmt die -geringste Farbenänderung an, auch nicht nach 
lang dauernder Einwirkung durch den elektrischen Strom. 
Biege ich dagegen über die Anodenschenkel ein Jodkalium- 
*) Im Original nicht gesperrt gedruckt. 
*) Hammarsten, Lehrbuch der Physiolog. Chemie, S. 169. 
8) Siehe H. Erdmann, Lehrbuch der anorgan. Chemie, S. 99.
        

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