Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Guajakblutprobe und die Ursachen der Blaufärbung der Guajaktinktur
Person:
Carlson, C. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18343/11/
Die Guajakblutprobe und die Ursachen der Blaufärbung usw. 79 
(nicht Hydroxyl-Ionen: Kalihydrat färbt nicht blau), durch direkte 
Addition die Guajaktinktur blaufärben können. 
Andere Stoffe, die mit außerordentlicher Schärfe die Guajak¬ 
tinktur blau färben, sind die Nitrite. Wird z. B. Guajaktinktur 
mit einer Kaliumnitritlösung gemischt, so entsteht keine Blau¬ 
färbung, wird aber eine Säure hinzugesetzt, so tritt die Blau¬ 
färbung scharf hervor. Ebenso verhält es sich, wenn anstatt 
einer Säure Wasserstoffperoxyd hinzugesetzt wird. Diese Ver¬ 
bindungen zeigen demnach insofern eine mit Blut zu vergleichende 
Wirkung, daß sie erst nach Zusatz von Wasserstoffperoxyd die 
Tinktur blau färben. Da nun die Schärfe sehr bedeutend ist, 
0,001 mg KN02 konnte in dieser Weise in 1 ccm Wasser 
nachgewiesen werden, hielt ich eine Untersuchung auf vielleicht 
im Blute vorhandene Nitfite nicht für unnötig. Wie zu erwarten 
war, fielen die Versuche indessen negativ aus. 
Auch andere Versuche mit anorganischen Verbindungen 
schienen zu beweisen, daß ihr Vorhandensein im Blute nicht 
die Ursache der Blaufärbung sein konnte, sondern man muß 
annehmen, daß diese auf der Gegenwart einer organischen 
Verbindung beruht, die nach allem zu urteilen ein wesentlicher 
Bestandteil des Blutes ist. 
In diesem Zusammenhang mag auch erwähnt sein, daß 
Speichel ebenfalls die Fähigkeit hat, bei Vorhandensein von 
Wasserstoffperoxyd Guajaktinktur blau zu färben. Bringt man 
i/a—l ccm Speichel in einem Reagenzrohre zusammen mit 1 ccm 
Guajaktinktur, so entsteht keine Blaufärbung, nicht einmal bei 
Erwärmung, aber nach Zusatz einiger Tropfen Wasserstoffperoxyd 
wird die Mischung sofort blau gefärbt. 
Stellt man zum Schlüsse die bei den Untersuchungen ge¬ 
wonnenen Resultate zusammen, so können folgende Schlüsse 
gezogen werden: 
1. Bei Vornahme der Guajakblutprobe ist dem „ozonhaltigen“ 
Terpentinöl das Wasserstoffperoxyd (3°/o) vorzuziehen; dieses 
übt dieselbe Wirkung aus wie Terpentinöl, aber es ergibt eine 
sicherere und kräftigere und demzufolge schärfere Reaktion. 
2. Terpentinöl, auch altes, das der Luft und dem Lichte 
ausgesetzt gewesen ist, enthält kein Ozon und kann dieses infolge
        

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