Bauhaus-Universität Weimar

Zur Kenntnis der Kyrine. 
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Die durch Sinken des Drehungsvermögens kontrollierte 
Spaltung des Peptons erfolgte also bei Zimmertemperatur außer¬ 
ordentlich langsam. Deshalb wurde diese Lösung weiter auf 
38° erwärmt. 
Nach 22 Stunden bei 38* a = — 8,40a 
» 70 » » 38® a == — 6,14° 
» 118 » » 38® a = — 5,00° 
» 166 » » 38° a = — 4,82° 
» 214 » » 38° a = — 5,00° 
Dieser Versuch zeigt, daß durch Spaltung mit 12,5°/oiger 
Salzsäure bei 38° die Zersetzung, soweit sie durch das Drehungs¬ 
vermögen der Lösung kontrollierbar ist, nach 118 Stunden Halt 
macht und auch nach 214 Stunden nicht merklich weiter geht. 
Hieraus war zu schließen, daß Zwischenprodukte entstanden 
waren, welche der weiteren Spaltung durch 12,5°/oige Salzsäure 
bei 38° hartnäckig widerstehen.» 
Die zwei angeführten Versuche zeigen recht deutlich, wie 
außerordentlich verschieden die Siedetemperatur gegenüber der 
Temperatur von 38° wirkt. Nach 20 Minuten langem Kochen 
ist in dem einen Versuche das Drehungsvermögen von —6,1 
auf —2,25 = um 63,l°/o gesunken, hingegen nach 134 Stunden 
bei Zimmertemperatur und 118 Stunden bei 38° erst von 
—11,76 auf —5,00 = um 57,5°/o. 
Bei der Darstellung von Kyrinen sind ferner die Phosphor- 
wolframsäurefällungen bei Zimmertemperatur und nicht, wie es 
Skraup und Zwerger getan haben, heiß vorzunehmen. Auch 
muß bei der Zersetzung des Phosphorwolframsäureniederschlages 
mit Barythydrat Wärme bei einem Überschüsse des letzteren 
vermieden werden. Es empfiehlt sich, den Phosphorwolfram¬ 
säureniederschlag bei 30—40° in Wasser und Ammoniak zu 
lösen und mit Barythydrat unter Vermeidung eines wesentlichen 
Überschusses zu zersetzen.1) 
Skraup 'und Zwerger glauben für 2 Fraktionen der 
Phosphorwolframate ihres Basengemenges gleiche Zusammen¬ 
setzung gefunden zu haben. Die von Skraup und Zwerger 
analysierten Phosphorwolframate enthalten rund 90°/o Glührück- 
‘) Diese Zeitschrift, Bd. XLIII, S. 47.
        

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