Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der in den Nahrungsmitteln enthaltenen Enzyme und ihrer Mitwirkung bei der Verdauung
Person:
Scheunert, Arthur Walther Grimme
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18340/13/
Zur Kenntnis der in den Nahrungsmitteln enthaltenen Enzyme usw. 39 
Pankreassaftes (Pankreasachylie) und anderen Störungen in der 
Absonderung der in den Darm sich ergießenden Verdauungs¬ 
säfte ist die Frage, ob das amylolytische Enzym der Nahrung, 
des Speichels und des Magensaftes im Darm noch wirken kann, 
trotzdem es im Magen unwirksam geworden war, von sehr 
großer Bedeutung. Es bleiben dann die durch Störungen der 
Stärkeverdauung bedingten Folgen der Krankheit aus. 
Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir einige Ver¬ 
suche in folgender Weise ausgeführt. Es wurden zunächst bei 
saurer oder alkalischer Reaktion unter den üblichen Konzen¬ 
trationsverhältnissen die Nahrungsmittel 6 Stunden im Brütofen 
gelassen, hierauf wurde genau neutralisiert und dann durch Zu¬ 
fügen bekannter Mengen HCl- und Na2C03-Lösung die der ur¬ 
sprünglichen entgegengesetzte Reaktion unter den üblichen Kon¬ 
zentrationsverhältnissen hergestellt. Nach weiterem 6 ständigen 
Aufenthalte im Thermostaten wurde der Zuckergehalt bestimmt. 
Die Versuche, die sich sehr weitläufig gestalteten, sind zu einem 
endgültigen Abschlüsse nicht gelangt, ihre Resultate deuten 
darauf hin, daß in einigen Futtermitteln, und zwar in denen, 
deren Stärkemehl sowohl in saurer, als auch in alkalischer 
Lösung verzuckert wird, z. B. Pferdebohnen, zwei Enzyme 
vorhanden sind, von denen das eine nur bei schwach 
saurer, das andre nur bei alkalischer Reaktion das 
Maximum seiner Wirksamkeit erreicht. Das amylolytische 
Enzym des Hafers und des Mais scheint durch anfängliche 
6 stündige Einwirkung von 0,2°/oiger Salzsäure seine amylo¬ 
lytische Wirkung bei späterer alkalischer Reaktion nicht ein¬ 
zubüßen. Es kann also, selbst wenn es im Magen während 
längerer Zeit der Einwirkung der dort vorhandenen HCl ausge¬ 
setzt und zeitweise unwirksam war, im Darm unter den dort vor¬ 
liegenden Verhältnissen wieder verdauend auf die Stärke der 
Nahrung wirken. 
In bezug auf das Vorkommen eines Milchsäureenzyms 
konnten wir feststellen, daß ein solches in sämtlichen von uns 
untersuchten Nahrungsmitteln enthalten ist. Wir stellten je 1 g 
der Nahrungsmittel mit 50 ccm H20 bei 39—400 in den Brüt¬ 
ofen ein. Nach 2 und 6 Stunden wurde abfiltriert und im
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.