Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Arbeit der Atmungsenzyme der Pflanzen unter verschiedenen Verhältnissen
Person:
Palladin, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18326/30/
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W. Palladin, 
Folglich scheiden durch niedrige Temperaturen abgetötete 
Erbsensamen im Laufe einiger Stunden mehr C02 aus, als 
lebende Erbsen. Hieraus folgt, daß die Tätigkeit der Atmungs- 
enzymc im lebenden Organismus durch die Anforderungen des 
Organismus reguliert wird. Diese Regulierung hört mit dem 
Tode der l flanze auf und deshalb beginnen die Atmungsenzyme 
in den ersten Stunden nach dem Tode stärker zu arbeiten, als 
im Lehen. 
Schon vor mehreren Jahren habe ich die Ansicht aus¬ 
gesprochen, daß die Atmungsenergie der Pflanzen mit ihrem 
Gehalt an Nucleoproteiden in Zusammenhang steht. Obgleich 
die Methodik, deren ich mich zur quantitativen Bestimmung der 
Nucleoproteide bediente (Bestimmung des Stickstoffes des durch 
Pepsinsalzsäure unverdauten Eiweißes), nicht eine genaue ge¬ 
nannt werden kann, ließen die gewonnenen Resultate diesen 
Zusammenhang nicht verkennen. 
Ltiolierte Bohnenblätter enthalten kaum Spuren von lös¬ 
lichen Kohlehydraten und atmen schwach. Nach ihrer Kultur 
auf Zucker wird die Atmungsenergie erhöht; noch mehr nach 
Kultur auf Zucker am Licht. Parallele Stickstoffbestimmungen 
des unverdauten Eiweißes zeigen, daß sich nach der Kultur auf 
Zucker und gleichfalls nach Zuckerkultur am Licht die Menge 
des unverdauten Eiweißes (Stickstoffes) in demselben Verhält¬ 
nis vergrößert, in welchem die Atmungsenergie (Menge der aus¬ 
geschiedenen Kohlensäure) zunimmt.1) Zum Beispiel: 
1. Stickstoffgehalt des unverdauten Eiweißes in 100 g 
etiolierter Blätter in Milligramm: 
- 
Ohne 
Nach 6 tägiger Kultur auf Zucker 
Zuckergabe 
im Dunkeln 
am Licht 
Versuch 1 
18,0 
82,6 
166,4 
II 
18,0 
51.9 
115,4 
W Palladin, Revue générale de botanique, 1899, S. 102.
        

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