Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage der Aminosäuren im normalen und pathologischen Harn
Person:
Samuely, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18321/8/
Zur Frage der Aminosäuren im normalen u. pathologischen Harn. 383 
der isolierten Substanzen und ihrer Mischung mit einander. 
Schüttelt man den Harn ohne den starken Alkalizusatz, d. h. 
ohne die Modifikation von Embden, so findet sich die Säure, 
die dieses ganz schwer lösliche Baryumsalz bildet, nicht in dem 
entstehenden, vom Amid befreiten Rohprodukt. Untersucht man 
aber die bei schwacher Alkalescenz bei der Schüttelreaktion 
aus dem Harn ausfallenden Substanzen, d. h. löst man sie in 
einer dem Harn gleichen Wassermenge, mit Zusatz von 40 ccm 
NaOH normal — es geht nur ein Teil in Lösung — und be¬ 
handelt diese weiter wie einen bereits geschüttelten Harn auf 
Aminosäuren, dann gewinnt man reichliche Mengen dieses schwer¬ 
löslichen Ra-Salzes. Es mag sein, daß dies der Grund für die 
geringeren Ausbeuten an Glykokoll ist ohne starken Alkalizu¬ 
satz zum Harn. Sicher aber ist, daß dies schwer lösliche 
Baryumsalz auch glykokollfrei sein kann, also eine Substanz 
sui generis noch ist, nämlich dann, wenn ich überhaupt kein 
Glykokoll im Harn fand, wie dies im Harn bei einem Hunger¬ 
hund der Fall war. 
Ich kann mich Embden aber nicht anschließen, daß auf 
diesem Weg eine quantitative Trennung des Glykokolls gelingt. 
Aus demselben Grund aber muß man alle Zahlen, die als Aus¬ 
beuten die sogenannte Glykokollfraktion darstellen, z. B. von 
Forssner, ebenso anzweifeln. Ich habe wohl zur Bestimmung 
des Glykokolls immer die Gesamtheit der Baryumsalze verar¬ 
beitet, lege aber auf die Ausbeutezahlen der aus dem Äther ver¬ 
bleibenden Krystallmenge keinen allzu großen Wert. Auch ist 
dieser Körper immer noch nicht frei von fremden Beimengungen, 
wie sie beim Rohprodukt beschrieben sind. 
Zur Isolierung des Glykokolls haben Ignatowski und 
Forssner aus verdünntem Alkohol, Embden aus heißem Wasser 
v krystallisiert. In beiden Fällen bleibt ein sich rotfärbendes Öl 
schwer löslich oder ungelöst, das am Boden des Gefäßes schwimmt 
und hartnäckig einen Teil der Glycinverbindung festhält. Man 
tut nun gut, bei der Reindarstellung die «Glykokollfraktion» nur 
leicht mit W asser zu erwärmen, gut zu rühren, dies in kleinen 
Portionen oft zu wiederholen, und getrennt zu filtrieren. Während 
in den letzten Filtraten entweder nur schlechte Krystallisation
        

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