Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. III. Mitteilung: Die Probleme des Eiweißabbaues im Verdauungskanal
Person:
London, E. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18320/2/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. III. 369 
Um große Quantitäten von Verdauungsprodukten zu be¬ 
kommen, vereinigt man diejenigen von mehreren Fütterungen, 
indem man die letzteren in Intervallen von 2 bis 8 Tagen folgen 
läßt. Der Magenfistelhund kann jeden zweiten Tag zum Ver¬ 
such gebraucht werden, die übrigen Hunde (Pylorus-, Duodenum-, 
Jejunum- und Ileumfistelhunde) aber desto seltener, je näher 
zum Pylorus die Fistel angelegt ist, da die Tiere durch den 
Säfteverlust und das Hungern (am Tage vor dem Versuche) 
erschöpft werden können. 
Was die vollständige quantitative Bestimmung der Spal¬ 
tungsprodukte, welche unmittelbar durch die stetige Resorption 
unmöglich gemacht wird, anbetrifft, so kann sie bei folgendem 
Verfahren ausgeführt werden. 
Vor allem möchte ich darauf hin weisen, daß, wie es aus 
den ihrem Abschlüsse nahen Untersuchungen von A. Sulim a 
(Fleischfütterung), W. Polowtzowa (Weißbrotfütterung) und 
S. Lewites (Fettfütterung) hervorgeht, der Verdauungsprözeß 
an allen Etappen des Magendarmkanals ceteris paribus nicht 
bloß bei einem und demselben Tiere, sondern auch bei ver¬ 
schiedenen Tieren mit befriedigender Regelmäßigkeit und Gesetz¬ 
mäßigkeit verläuft, so daß die Resultate entsprechender Ver¬ 
suche miteinander verglichen werden können. 
Die Zusammensetzung des Breies, welcher einen bestimmten 
Abschnitt des Verdauungskanals passiert hat, hängt ab von 
x — Bestandteile, die in den Abschnitt eingetreten sind, 
y — Substanzen von «x>, die im Abschnitte resorbiert wurden, 
z — neu abgespaltene, aber noch nicht resorbierte Substanzen und endlich 
u — resorbierte Substanzen aus den neu abgespaltenen. 
Das «x» läßt sich durch die direkte Analyse der Ver¬ 
dauungsprodukte, welche aus der am initialen Ende des Ab¬ 
schnittes angelegten Fistel (Initialfistel) erscheinen, genau be¬ 
stimmen. 
Läßt man die aus der Initialfistel erscheinenden Produkte, 
in denen das Ferment durch Erhitzen zerstört wurde, den durch¬ 
gewaschenen Verdauungsabschnitt passieren, so erhält man «y* 
durch Subtraktion der dabei gewonnenen Werte von «x*. Bei 
diesem Verfahren muß natürlich die Initialfistel offen bleiben, 
damit die Verdauungssäfte nicht in den Versuchsabschnitt geraten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.