Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis des proteolytischen Fermentes des Pylorus- und des Duodenalsaftes
Person:
Abderhalden, Emil Peter Rona
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18318/2/
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Kmii Abderhalden und Peter Rona, 
konnten höchstens Spuren von Tyrosin, im übrigen jedoch 
keine einfachen Eiweißspaltprodukte nachgewiesen werden, bei 
dem tryptischen Eiweißabbau lassen sich hingegen in recht 
kurzer Zeit lyrosin, Tryptophan und andere Aminosäuren aus 
der Verdaüungsflüssigkeit gewinnen. Der Unterschied zwischen 
den beiden proteolytischen Fermenten Trypsin und Pepsin ließ 
sich, wie Emil Fischer und Emil Abderhalden1) gezeigt 
haben, durch deren Einwirkung auf die künstlichen Polypeptide 
in besonders ausgeprägter Weise zeigen. Während z. B. Trypsin 
das Dipeptid Glycyl-l-Tyrosin in kurzer Zeit zum weitaus größten 
Teil in seine beiden Komponenten Gl y kokoll und 1-Tyrosin zerlegt, 
findet unter der Einwirkung von Pepsinsalzsäure keine nachweis¬ 
bare Hydrolyse des genannten Peptides statt. Wir heben ausdrück¬ 
lich hervor, daß die Resultate dieser Versuche ausschließlich 
mit den Sekreten einesteils des Magens (kleiner Magen nach 
Pawlow) und anderenteils der Pankreasdrüse (Pankreasfistel) 
erhalten worden sind. Es muß unbedingt im Interesse einer 
einheitlichen Auffassung der Wirkung des Magen- und Pankreas¬ 
saftes und auch der übrigen Verdauungssäfte gefordert werden, 
daß nur diese selbst und in keinem Falle aus Extrakten der 
betrelïenden Organe dargestellte Fermente zur. Anwendung ge¬ 
langen dürfen. Wir stehen nicht an, alle in der Literatur 
niedergelegten Versuche, welche mit derartigen Präparaten aus¬ 
geführt worden sind, als für die vorliegenden Fragen ungeeignet 
zu bezeichnen. Daß dieser Standpunkt völlig gerechtfertigt ist, 
geht einesteils aus der Beobachtung hervor, daß Peptide, welche 
von reinem, aktiviertem Pankreassaft nicht angegriffen werden, 
bei der Anwendung des Handelspräparates Pankreatin Spaltung 
zeigten. Auch konnten wir bei der Verwendung eines von 
Grübler bezogenen Pepsinpräparates nach recht kurzer Zeit 
bei dessen Einwirkung aut Casein freie Aminosäuren und speziell 
Tryptophan nachweisen, während bei der Anwendung von reinem 
Hundemagensaft, wie schon erwähnt, höchstens Spuren von 
Aminosäuren in der Verdauungsflüssigkeit auftraten. Schließlich 
*) Emil Fischer und Emil'Abderhalden, Über das Verhalten 
verschiedener Polypeptide gegen Pankreassaft und Magensaft. Diese Zeit¬ 
schrift, Bd. XLVI, S. 52, 1905. 
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