Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Abbau des Leucins und des Leucyl-leucins im Organismus des Hundes
Person:
Abderhalden, Emil Franz Samuely
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18316/4/
Der Abbau des Leucins und des Leucyl-leucins usw. 349 
und andererseits wurde vom gesamten Nahrungsstiekstoff 1 g 
dureli Leucinstickstoir ersetzt. Schließlich führten wir in einem 
Falle auch Leucin subcutan ein. In diesem Falle wurde das 
sehr schwer lösliche Leucin in Vton-NaOH aufgelöst und in 
Dosen von je 10 ccm stündlich eingespritzt. Bei den Fütterungs- 
Versuchen wurden die Präparate innig mit der Nahrung ver¬ 
mischt, und diese stets zu denselben Zeiten in zwei Portionen 
verabreicht. Der Urin wurde morgens mit Hilfe eines Katheters 
entleert. Er reagierte mit Ausnahme der Periode, in der Leucin 
subkutan zugeführt wurde, stets sauer. Der gesamte Stickstoff 
wurde nach Kjeldahl, der HarnstoflstickstolT nach Mörncr- 
Sjüqvist bestimmt. 
Die erhaltenen Resultate sind nicht einheitlich.' Leucyl- 
leucm bedingte eine Vermehrung der HarnstolTausseheidung und 
zwar, wie die Tabelle I zeigt, eine recht erhebliche. Eigentüm¬ 
licherweise hatte Leucin selbst fast gar keinen Einfluß weder 
auf die gesamte Stickstoffausscheidung noch auf die des Harn¬ 
stoffs. Wir halten diesen Versuch nicht für beweisend, weil der 
Kot stets beträchtliche Slickstoffmengen enthielt. Sie nahmen 
allerdings während der Fütterungstage nicht zu. 
In einem zweiten Versuch (Tabelle II) ersetzten wir 1 g 
des Nahrungsstickstofles durch Stickstoff in Form von Leucin. 
Das Versuchstier blieb nicht nur im Sticksloffgleichgewicht, 
sondern setzte in dem einen Falle noch etwas Stickstoff an. Wir 
haben den ersten Versuch mit Zulage von 10 g Leucin zu einer 
estimmten Nahrung wiederholt und wiederum stiegen weder 
die Gesamtstickstoffmengen noch die des Harnstoffs an. Es 
wurde im Gegenteil der gesamte in Form von Leucin zugeführte 
Stickstoff retmiert. Es muß vorläufig noch unentschieden bleiben 
auf welche Ursache dieses Verhalten des Leucins zurückzuführen 
ist. Es ist möglich, daß seine Schwerlöslichkeit die Schuld trägt 
Jedenfalls erscheint bei subkutaner Einführung wenigstens ein 
eil des Leucinstickstoßs im Harn wieder. Auch die HarnstolT- 
zahlen stiegen an. 
Diese Versuche werden unter anderen Bedingungen fort¬ 
gesetzt. Wir warten deren Resultate ab und vermeiden vor¬ 
läufig alle weiteren Schlußfolgerungen.
        

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