Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Abbau des Leucins und des Leucyl-leucins im Organismus des Hundes
Person:
Abderhalden, Emil Franz Samuely
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18316/3/
348 Emil Abderhalden und Franz Samuely, 
Dieses wird, wie Emil Fischer und Emil Abderhalden1) 
nachgewiesen haben, in der vorliegenden Form von aktiviertem 
Pankreassaft nicht gespalten. Wie unsere Versuche zeigen, 
wird dieses Peptid bei seiner Einführung per os sicher ge¬ 
spalten und zum größten Teil völlig verbrannt. Es muß einst¬ 
weilen unentschieden bleiben, ob bereits im Darm eine Zer¬ 
legung des Leucyl-leucins in seine Komponenten stattfindet, 
oder ob diese erst jenseits des Darms in den Geweben erfolgt. 
Auch der Umstand, daß der Pankreassaft selbst anscheinend 
keinen Einfluß auf die verwandte Form des Peptids ausübt, 
schließt nicht aus, daß eine kombinierte Wirkung von Pepsin¬ 
salzsäure, Darmsaft und Pankreassaft die Bindung zwischen 
den Leucinmolekülen doch sprengt. Über die Konfiguration des 
angewandten Dipeptids wissen wir vorläufig noch nichts. Es 
spricht vieles dafür, daß d-Leucyl-d-leucin vorliegt, denn nach 
Analogie mit anderen racemischen Peptiden w'äre zu erwarten 
gewesen, daß die Anwesenheit von 1-Leucin eine asymmetrische 
Spaltung des Dipeptids Leucyl-leucin durch Pankreassaft be¬ 
wirkt hätte. Wir haben im vorliegenden Versuche den Urin 
stets sorgfältig auf Leucin und Dipeptid untersucht und vor 
allem ständig sein optisches Verhalten untersucht. Der Urin 
zeigte stets eine geringe Drehung nach rechts. Es ließ sich 
weder direkt noch mit ß-Naphtalinsulfochlorid und Alkali un¬ 
verändertes Dipeptid naehwTeisen, ebensowenig gelang es uns, 
Leucin in zur Analyse hinreichender Menge zu gewännen. Ge¬ 
ringe Mengen waren stets vorhanden. Es kann keinem Zweifel 
unterliegen, daß das zugefiihrte Leucyl-leucin zum weitaus 
größten Teil abgebaut worden ist. 
Auf den nachfolgenden Tabellen finden sich die Ergeb¬ 
nisse der Verfolgung des StickstofTstofTwechsels mit und ohne 
Zugabe von Leucin resp. Leucyl-leucin zu einer bestimmten 
Nahrung. Die Versuche sind nach zwei Richtungen ausgeführt 
worden. Einmal wurde bei gleichbleibender Nahrungsmenge 
1 g Stickstoff in Form von Leucin resp. Leucyl-leucin zugesetzt 
') Emil Fischer und Emil Abderhalden, 1'ber das Verhalten 
verschiedener Polypeptide gegen Pankreassaft und Magensaft. Diese Zeit¬ 
schrift. Bd. XLVI, S. 77, 1905.
        

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