Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Bedeutung der Cellulose im Haushalte des Menschen. I. Mitteilung
Person:
Lohrisch, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18306/33/
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Hans Lohrisch, 
und Weise, wie das Futter getrocknet wird, ist für die Roh- 
faserverdauung maßgebend, wie Kellner73) gezeigt hat: Sorg¬ 
fältig getrocknete Luzerne ergab beim Hammel einen Ver- 
dauungskoeffizienten von 48,13°/o, auf dem Felde beregnete 
und getrocknete Luzerne einen solchen von 45,2b°/o. Auch die 
sonstige Zubereitung des Futters kommt in Frage. Weiske74) 
fand die Rohfaser der grünen Esparsette beim Hammel zu 
42,16%, die des Esparsettesauerfutters nur zu 28,77°/o ver¬ 
daut. Die Rohfaser von bei Hochdruck gedämpften Lupinen 
wurde nach Gabriel75) beim Hammel zu 68,92%, die der 
ursprünglichen Lupinen zu 77,18°/o ausgenutzt. 
Interessant ist schließlich noch der Einfluß des ver¬ 
schiedenen zum Rauhfutter gereichten Beifutters auf 
die Verdauung der Pflanzenfaser. Als erster hat wohl 
Crusius7*) beobachtet, daß beim Rind die Rohfaserausnutzung 
durch Zusatz von Öl von 34% auf 53% gesteigert wurde. 
Das gleiche Resultat erzielten später beim Rind Henneberg 
und Stob mann') durch Beigaben von Rübül; auch hierbei 
zeigte; sich das Fett als ein mächtiges Beförderungsmittel der 
Rohtäserverdauung, ein Verhalten, welches um so größeres 
Interesse bietet, als ein gleich günstiger Einlluß des Fettes auf 
die Verdauung der sonstigen stickstofffreien Nährstoffe nicht 
beobachtet werden konnte. Nur auf die Verdauung der Protein¬ 
substanz schien das Fett gleichfalls fördernd einzuwirken. Für 
andere Tierarten konnte der günstige Eintluß des Fettes aller¬ 
dings nicht konstatiert werden. V. Hofmeister7) verfütterte 
an Hammel, welche vom Wiesenheu-Haferfutter die Rohfaser 
zu 43,41 °/o verdauten, zu diesem Futter Baumöl in steigenden 
Mengen und sah den Ausnutzungskoeffizienten der Rohfaser 
mit der steigenden Öldosis sinken: bei Zusatz von 4 Lot Baum¬ 
öl wurden 19,23%, bei 0 Lot Öl 12,19%, bei 8 Lot Öl 7,06% 
Rohfaser verdaut. Ähnliche Verhältnisse fand Stohmann57) 
für die Ziege: Hier wurde der Wiesenheuausnutzungskoeffi¬ 
zient der Rohfaser durch Zusatz von Mohnöl von 58°/o auf 
.')3',/o herabgedrückt. Wicke und Weiske77) führten zwei 
Versuchsreihen an Hammeln mit Ölbeifutter aus:
        

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