Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die chemische Zusammensetzung des Colostrums mit besonderer Berücksichtigung der Eiweißstoffe
Person:
Winterstein, E. E. Strickler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18294/6/
Die chemische Zusammensetzung des Colostrums. 
6ß 
Colostrums durchzuführen. Wir wandten zuerst die gleiche 
Methode an, die Krieger1) beim Pferdeblutserum benutzt hatte. 
ccm ganz frisches, schön gelb gefärbtes Colostrum wurden 
mit 200 ccm einer gesättigten Ammonsulfatlösung von voll¬ 
ständig neutraler Reaktion versetzt. Nun filtrierten wir sofort 
durch trockene Faltenfilter ab und trugen in das vollständig 
klare Filtrat so viel einer sehr stark verdünnten Schwefelsäure 
ein, bis eine bleibende Fällung auftrat. Nach einer halben 
Stunde wurde eine Probe im hängenden Tropfen unter dem 
Mikroskop untersucht. Krystalle konnten nicht beobachtet 
werden. Andere Proben ließen wir nach dem Amnionsulfät- 
zusatz 12—24 Stunden stehen, bevor abfiltriert wurde: auch 
in diesen Fällen wurden keine Krystalle erhalten. Nun wandten 
wir die Methode von Hopkins und Pinkus2) auf Colostrum 
an. Colostrum wurde wieder mit gleichem Volumen einer ge¬ 
sättigten Ammonsulfatlösung versetzt, ein Teil davon wurde 
sofort filtriert, ein anderer erst nach 24 ständigem Stehen. 
Pen Filtraten setzten wir soviel einer gesättigten Lösung von 
schwefelsaurem Ammon zu, bis eine schwache Fällung sichtbar 
wurde. Diese lösten wir wieder durch Zusatz einiger Tropfen 
Wasser und setzten dann verdünnte Kssigsäure zu, bis eine 
schwache lrübung auftrat. Nun ließen wir in flachen Schalen 
ruhig stehen j Krystalle konnten auch hier in Proben, die zu 
verschiedenen Zeiten entnommen wurden, nicht aufgefunden 
werden. Bei einem neuen Versuch verwendeten wir statt 
kssigsäure wieder Schwefelsäure. Als wir das Präparat unter 
dem I olarisationsmikroskop untersuchten, sahen wir: 1. eine 
große Masse kleiner rundlicher Gebilde, die keine Kryställflächen 
zeigten und auch nicht optisch aktiv waren: 2. einige kleine 
schuppige Krystalle, die eine schwach schiefe Auslöschung 
zeigten und ß. wenige äußerst feine Nadeln, die ebenfalls 
oplPch aktiv waren. Diesem Präparat setzten wir alsdann 
1 Tropfen Mi lion's Reagens zu, ließen es kurze Zeit auf dem 
l> KDeger, Über die Darstellung krystallinischcr Kiweißstofle 
Inaug.-Diss. Straßburg 1899. 
•) Hopkins and Pinkus, Observations on the cristallisation of 
animal proteids, Journ. of Physiology, Vol. XXIII, 1898.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.