Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Vorkommen von freien Aminosäuren im Harne und deren Nachweis
Person:
Forssner, Gunnar
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18291/5/
i'ber das Vorkommen von freien Aminosäuren im Harne usw. 19 
Nachdem das Amid durch Filtrieren abgetrennt worden 
ist, wird das ganz klare Filtrat zweckmäßig in einen kleinen 
Kolben gegossen und mit Salzsäure gelallt. Die Fällung be¬ 
steht bei Anwesenheit von Aminosäureverbindungeu teils aus 
Krystallen, teils (fast immer) aus einer kleineren oder größeren 
Menge bräunlicher Schmiere und klebt in dem meisten Fällen 
ziemlich fest an den Hoden des Kolbens. Nachdem sie sich 
gut abgesetzt hat, filtriert man und kocht Kolben und Filter 
wiederholt mit kleinen Mengen Wasser aus, und zwar muß 
man dabei sehr gründlich vergehen, denn die Schmiere hält 
die an sich in kochendem Wasser ziemlich gut löslichen Amino¬ 
säureverbindungen lange zurück. — Nach 1—1-maligem Fm- 
k r y st all isieron aus heißem Wasser bekommt man die Krystulle 
rein. Heim Filtrieren sind dabei immer Saugiilter zu benützen, 
da die Flüssigkeit beim Abkühlen ziemlich schnell Krystulle 
ausscheidet. Ich habe Wasser anstatt verdünnten Alkohols zur 
Reinigung der Verbindungen gewählt, da bei Anwendung von 
Alkohol die Überreste von Schmiere noch leichter durch das 
Filter mit durchgehen. 
Das Vorgehen nach Ignatowski ist ja ziemlich zeit¬ 
raubend, und es wäre daher ein Vorteil, wenn man eine oder 
einige von den Prozeduren auslassen könnte. Aus diesem 
Grunde habe ich Parallelversuche mit und ohne Hleif'ällung 
angestellt, leider doch ohne ganz übereinstimmende Resultate 
zu erhalten. Nach Zusatz von 200 mg Glycoeoll zu l 1 Harn 
erhielt ich aus der einen Hüllte, welche mit Blei gefüllt wurde, 
93 mg ß-Naphtalinsulfoglycocoll, aus der anderen, ohne Blei¬ 
füllung, 96 mg, und in zwei entsprechenden Versuchen mit 
Zusatz von 400 mg Glycoeoll zu 1 1 Harn nach Hleifällung 298 
bezw. 293 mg Verbindung, ohne Hleifällung 273 bezw. 21K mg. 
Die Ausbeute dürfte also nach Fällen mit Hlei doch etwas 
besser sein. 
Da Ignatowski zuletzt die ß-Naphtalinsulfoverbimlungen 
aus saurer Lösung in Äther aufnimmt, hat er vdrgeschlagen, 
den Harn vor der Schüttelung mit ß-Näphtalinsulfochlorid an¬ 
zusäuern und 3 Stunden lang mit Äther auszuschütteln, 
um die von vornherein anwesenden ätherlösliehen Bestandteile 
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