Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Bedeutung des Wassers für die Bildung kolloidaler Hohlkörper aus Seifen
Person:
Krafft, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18290/8/
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F. Krafft. 
srlif'ii werden, mikroskopisch noch nachweisbaren * Struktur 
des Wassers> als Wussertrüpfehen erster Ordnung bezeichnen, 
irn (iogensatz zu den gewöhnlichen makroskopischen Tropfen 
zweiter Ordnung. Der Nachweis nun einer solchen im Wasser 
vorhandenen kleinsten Wirbelbewegung ist schon längst geliefert 
worden durch die Erscheinungen der sogenannten Hrowu schen 
Molekularbewegung (1H27). Dabei handelt es sich bekanntlich 
um mikroskopische, andauernde Kotationsbewegungen kleiner, 
in Wasser suspendierter, aber nicht gelöster Partikelchen, kry- 
slalliniseher wie auch kolloidaler. Sehr schön sieht man solche 
Bewegungen bei vielen lein zerteilten, sich langsam absetzenden 
Niederschlägen, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß der 
Prozeß nicht durch Neutralsalze, Säuren und andere Krvstalloide 
beeinträchtigt.- offer auch aufgehoben wird. Organische Kör¬ 
perchen, deren spezifisches dewichl sich dem des Wassers 
nähert, zeigen 'die Bewegung tage- und wochenlang. Diese Er¬ 
scheinung, die als genügend bekannt vorausgesetzt werden darf, 
ist bis in die neueste Zeit oft genug mit kolloidalen Lösungen 
verwechselt worden, von denen sie aber, unbeschadet des Auf¬ 
tretens aller möglichen Zwischen- und t bergangsformen, sehr 
verschieden ist. 
Verwendet man nun zur Darstellung der kolloidalen Hohl¬ 
körper aus llcptylaminseifon ein vollkommen reines destilliertes 
Wasser und legt die Dockgläschen mit Hilfe kleiner Stützen 
so auf die Präparate, daß ein genügender Zwischenraum zwischen 
Objektträger und Deckgläschen verbleibt, dann verharrt auch 
nach dem völligen Aul hören der Ouellungserseheinungen keines 
der ncugebildclen llohlkörpercheii in völliger Hube, solange es 
nicht am («läse anklebt. Werden die Körperchen in unbedecktem 
Wasser durch ririrühren vom (Hase losgelöst, dann befinden 
sie sich sofort alle im Zustande einer von der Verdunstung usw. 
sichtlich unabhängigen, lebhaften und andauernden Bewegung. 
Die von f. Diehl (Diss. HlOli, welcher diese Beobachtungen 
aul meine Veranlassung machte, vorgenommene nähere Prüfung 
der Erscheinung führte zu dem Schlüsse, daß es sich dabei um 
einen besonders interessanten Fall der Brown sehen Molekular¬ 
bewegung handelt. Diese Erscheinung wurde an Präparaten,
        

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