Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Verhalten des Nitrobenzols und einiger anderer aromatischer Nitrokörper im Organismus
Person:
Meyer, Erich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18285/10/
506 
Erich Meyer, 
Nach Zufuhr von 0,5 g per os fanden sich alle für p-Amino- 
phenol charakteristischen oben erwähnten Reaktionen im Harn, 
sowie im Rückstand des alkalischen Ätherauszuges. Auf der 
Höhe der Vergiftung zeigte das Blut der Tiere den gleichen 
Streifen im Rot, wie bei der Vergiftung mit Nitrobenzol. Nach 
1,0 Nitrophenol trat Exitus ein. Ein Teil des p-Nitrophenols 
scheint unverändert ausgeschieden zu werden, wie folgende 
Reaktionen zeigten: Aus saurer Lösung ließ sich ein Körper 
ausschütteln, dessen Lösung direkt keine Indophenolreaktion 
gab, die aber nach Reduktion mit Zinkstaub und Salzsäure 
intensiv auftrat. 
Nitrophenol wird hierbei in p-Aminophenol übergeführt. 
Eerner gab der Rückstand des sauren Ätherextrates deut¬ 
liche Millon'sehe Reaktion, als Beweis für die freie Hydroxyl¬ 
gruppe in der Parastellung. 
Also auch p-Nitrophenol geht zum Teil in p-Amino- 
phenol über. 
V\ enn sich im Harne der Nitrobenzolvergiftung unseres Falles 
und ebenso in den Harnen der mit Nitrobenzol vergifteten Ka¬ 
ninchen eines der drei möglichen Zwischenkörper neben p-Amino¬ 
phenol nachweisen ließ, so kann es wohl als sicher gelten, daß 
über diesen die Überführung von Nitrobenzol in p-Aminophenol 
stattfindet. — Anilin war in allen Fällen leicht auszuschließen. 
1 hon y I li \ droxylamin mußte nach meinen Vorversuchen 
im Auszug der sauren Lösung gesucht werden. Auf die An¬ 
wesenheit dieses Körpers kann geschlossen werden, wenn seine 
Lösung 1. reduziert, 2. mit Mineralsäuren gekocht in p-Amino- 
phcnol übei geht und dann für p-Aminphenol charakteristische 
Reaktionen gibt. Ich habe wiederholt vergeblich auf Phenyl¬ 
hydroxylamin gesucht. 
Dagegen ließ sich regelmäßig p-Nitrophenol durch die 
zwei folgenden Reaktionen nachweisen: 1. Der Rückstand des 
sauron Ätherauszuges wurde mit verdünnter Mineralsäure (HCl 
oder 1I2S04) aufgenommen und mittels der Indophenolreaktion 
geprüft (sie war immer negativ): dann wurde wie aber mit 
Zmk- und Salzsäure reduziert und die Reaktion wiederholt. Zu 
meiner Lberraschung fiel sie jetzt immer sehr intensiv dunkel-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.