Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Hemmung der Nylanderschen Zuckerreaktion bei Quecksilber- und Chloroformharn
Person:
Bechhold, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18275/3/
Die Hemmung der Nylanderschen Zuckerreaktion usw. 373 
ausübt. Die Hemmungswirkung bleibt auch ziemlich die. gleiche, 
ob man zu normalem Harn 1 ccm HgCI, 1 : 10000 oder 1 ccm 
HgCls 1 : 1000, also die zehnfache Menge zusetzt. Es war daher 
naheliegend, zu prüfen, ob vielleicht Quecksilber in organi¬ 
scher Bindung eine stärkere Wirkung habe als HgCl2. Bei- 
lüulig sei hier erwähnt, daß. HgCl2 in den hier benutzten Ver¬ 
dünnungen weder mit Alkali noch mit Nylanderschem Reagens 
eine Fällung gibt. 
Ich prüfte 1. Quecksilberalbuminat(IIydrargyr. albuminat.j, 
2. Quecksilberpeptonat (Hydrargyr. peptonat.j, 3. Sublamin 
(Quecksilbersulfat-Äthylendiamin), 4. Hydrargyr. thymolo-acetic. 
Merk. Soweit erforderlich wurde behufs Lösung etwas Alkali 
zugesetzt. Nur bei Sublamin und Hydrargyr. thymolo-acetic. 
wurde eine etwas stärkere Hemmungswirkung beobachtet, als 
hei Sublimat, die aber die Wirkung des Quecksilbers, welches 
den Körper passiert hat, bezw. des von ihm erzeugten Hemmungs¬ 
körpers, bei weitem nicht erreicht. 
Schon Nylander D weist darauf hin, daß Eiweiß im Harn 
die Empfindlichkeit der Reaktion verringert. Es heißt loc. cit. : 
Die Anwesenheit von Eiweiß stört die Reaktion nur bei be¬ 
trächtlicherem Gehalt insofern, als sie die Empfindlichkeit der¬ 
selben verringert oder durch eine allerdings nicht schwarze, 
sondern mehr rotbraune Färbung des Uhosphatniederschlages 
die Gegenwart von Zucker Vortäuschen kann.> — Merkwürdiger¬ 
weise wird in vielen mir zugänglichen Lehrbüchern die Ent¬ 
fernung des Eiweißes vor Untersuchung mit Ny landers Reagens 
stets nur deswegen verlangt, weil Eiweiß Zucker Vortäuschen 
könne, ein Grund, der meines Erachtens vollkommen hinfällig 
ist, da die rötliche Färbung bei Gegenwart von Eiweiß nicht 
verwechselt werden kann mit der schwarzbraunen Färbung 
bei Gegenwart von Zucker. Der viel wichtigere Grund aber, 
den schon Nylander angibt, nämlich die Herabsetzung der 
Empfindlichkeit der Reaktion durch Eiweiß, ist offenbar 
in Vergessenheit geraten. Diese Hemmungswirkung ergibt sich 
aus dem untern Teil von Tabelle Hl. 
l) Nylander, Über alkalische Wismutlüsung als Reagens auf 
Traubenzucker im Harn (Zeitsehr. f. analyt. Chemie, Bd. XX1H, S. 441). 
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