Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Nucleinstoffwechsel und seine Fermente bei Mensch und Tier
Person:
Schittenhelm, Alfred
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18274/12/
Der Nucleinstoffwechsel und seine Fermente bei Mensch und Tier. 365 
Adenin konnte nicht mehr nachgewiesen werden ; dagegen 
landen sich 
0,5 g Hypoxanthin. 
Diese wurden über das Nitrat, welches die verlangte 
Kristallform zeigte, gereinigt und das Endprodukt bei 110° 
getrocknet. 
0.1872 g verbrauchten 54,8 ccm »/»»-Normalsalzsäure 
Verlangt für Call4N40: 41,17*'« N 
Gefunden: 40,98% N. 
Aus den vier letzten Versuchen geht hervor, daß im 
Schweinemilzextrakt, ebenso wie im Rindermilzextrakt, ein 
hydrolytisch wirkendes Ferment enthalten sein muß, 
welches aus den Aminopurinen Oxvpurine darstellt. 
Dabei geht aber offenbar die Umwandlung des Adenins in 
Hypoxanthin bei weitem schneller und vollständiger vor sich, 
wie diejenige des Guanins in Xanthin. Diese Differenz ist eine 
recht erhebliche. Meine Versuche bestätigen somit bis zu einem 
gewissen Grade die Resultate von Jones, nur daß ich ein 
völliges Fehlen der Fähigkeit, Guanin in Xanthin um¬ 
zusetzen, nicht konstatieren konnte.1) 
Es ist zweifellos interessant, daß bei den Ver¬ 
suchen mit Schweinemilzextrakt das Guanin der 
Desamidierung erheblich mehr Widerstand entgegen¬ 
setzt wie das Adenin. Vor allem scheint mir diese Beobach¬ 
tung für die Erklärung der Guaningicht des Schweines 
von einiger Wichtigkeit zu sein. Offenbar genügt die Kraft des 
1 »et reffenden Fermentes dazu, im normalen Schweineorganismus 
den ganzen, in der Regel wohl relativ geringen Guaninumsatz 
zu bewältigen und Xanthin resp. Harnsäure aus dem Guanin 
*) Hie Angaben Jones' betreffs seiner Versuchsanordnung sind 
nicht genau genug, um über die Ursache unserer Yersuchsdifferenz Klar¬ 
heit zu geben. Kr versäumt z. B. im einen Versuch die Angabe, wie 
lange die Autodigestion im Wärmeschrank durchgeführt wurde. Ich 
mochte aber einerseits darauf hinweisen, daß Jones die Fällung mit 
ammoniakalischer Silberlösung anwandte in einer sicher von Eiweiß 
Albumosen und Peptonen) nicht ganz befreiten Lösung, was große Fehler-' 
quellen bedingen kann (bis zu 90%, vergl. Krüger und Schittenhelm, 
Diese Zeitschrift, Bd. XLV, S. 14); andererseits unterläßt er prinzipiell 
Analysen seiner Endprodukte.
        

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