Bauhaus-Universität Weimar

Uber die Wirkungsweise von Salzsäure und Pepsin usw. 
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auf der fermentabsorbierenden Fähigkeit des Fibrins beruhenden 
Methode zum Nachweis kleiner Pepsinmengen) in der Weise 
zu benutzen, daß ich eine Fibrinflocke in der HGl-Lösung resp. 
dem Mageninhalt sich mit HCl beladen und nach dem Abspülen 
mit Wasser der verdauenden Wirkung einer wässerigen Pepsin- 
lösung ausseizen lassen wollte. Denn ich glaubte, und in dem 
Sinne sprachen auch die Angaben in der Literatur, daß die 
aufgequollene HCl-Eiweißverbindung besonders gut befähigt sei, 
durch Pepsin verdaut zu werden. 
Es zeigte sich jedoch bei den Versuchen, die ich mit 
wässerigen HCl-Lösungen von verschiedenem Gehalt umstellte, 
daß eine in der beschriebenen Weise behandelte Fibrinflocke 
in einer wässerigen Pepsinlösung, die natürlich keine HCl ent¬ 
halten darf,1) selbst nach mehrstündigem Aufenthalt im Brut- 
olen anscheinend völlig unverändert bleibt. Selbst nach 24stün- 
digem Aufenthalt im Brutofen ist, wenn nicht schon Fäulnis 
eingetreten, keine wesenlliehe Verkleinerung der Fibrinflocke 
zu sehen. Preßt man die Fibrinflocke nach Abspülen mit Wasser 
auf blaues Lakmuspapier, so tritt ebenso wie vorher deutliche 
rote Färbung des Lakmus ein. Die HCl-Fibrinverbindung ist 
also der Pepsinwirkung gegenüber resistent geblieben! 
Eine geringfügige Peptonisierung des Fibrins macht sich 
allerdings trotzdem bei mehrstündigem Aufenthalt im Brutofen 
und bei Verwendung einer größeren Fibrinmenge bemerkbar, 
indem die Pepsinlösung bei Anwendung einer sehr verdünnten 
alkalischen CuS04-Lösung mit Glycerin2) schwache, aber deut¬ 
liche Biuretreaktion gibt. Daß es sich hierbei nur um eine höchst 
geringfügige Peptonisierung handelt, ergibt sich daraus, daß die 
Flüssigkeit neutral reagiert oder höchstens eine ganz niedrige 
’) Zu allen Versuchen wurde das außerordentlich wirksame Pep- 
sinum siccum puriss. (Grübler) benutzt. Das von mir verwandte Prä¬ 
parat reagiert neutral, gibt keine Biuretreaktion und trübt sich nicht 
merklich beim Kochen. Ich erwähne dies besonders, weil ein später von 
derselben Firma bezogenes Präparat sauer reagierte und starke Biuret¬ 
reaktion gab, auch beim Kochen einen beträchtlichen Niederschlag von 
Eiweiß ausfallen ließ. 
*) Leo, Diagnostik der Krankheiten der Bauchorgane, Berlin 1895 
H. Aufl., S. 438.
        

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