Volltext: Über das Chromogen des sogenannten Skatolrotes im normalen Menschenharn (46)

I ber das Chromogon des sogenannten Skatolrotes usw. 
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Skatolrotes im normalen Harn ist kein Skatolderivat im 
chemischen Sinn, wenn auch aus den von Horcher und 
Her vieux mitgeteilten Befunden hervorgeht, daß das Auftreten 
dieses Chromogens durch Resorption von Skatol aus dem Dann 
hervorgerufen wird. 
Wohl ist mir die große Ähnlichkeit zwischen dem so<m- 
nannten Skatolrot und dem Frorosein von Nencki und Sieher1) 
aiifgelällen. 
Bekanntlich stellten Nencki und Sieher das rrornsein 
dar durch Versetzen des Harns mit HCl. Wenn sie auch 
kein Oxydationsmittel gebrauchten, konnten sie doch die Mit¬ 
wirkung der oxydierenden Substanzen aus dem Harn nicht 
ausschließen. Auch das sogenannte Skatolrot ist aus den 
meisten Harnen durch HOI allein zu erhalten. 
Das Frorosein hat die folgenden Kigensohaften: 
1. Der Farbstoff löst sich mit roter Karbe in Wasser, 
Äthyl- und Amylalkohol. Äther. Chloroform. Benzol. Schwefel¬ 
kohlenstoff entziehen der wässerigen Lösung den Farbstoff nicht. 
2. Die alkoholische Lösung hat einen Absorplionsstreifen 
iin Anfang des Crüns zwischen I) und F. während der violette 
Teil des Spektrums teilweise absorbiert ist. 
Nencki und Sieber haben auch einen zweiten Streifen 
wahrgenommen, weichen sie jedoch einer Spur Frobilin zu¬ 
schreiben. 
ß. Alkalien verwandelnden roten Farbstoff in einen braunen. 
Durch Zusatz von Säuren kehrt die rote Farbe zurück. Zink¬ 
staub entfärbt die saure Lösung des Farbstoffes: durch O.wdation 
wird die Farbe wieder rot. 
4. Die Losung färbt Wolle. Durch Natriumacetat im 
I berschuß wird der Farbstoff fixiert und nur durch Kochen mit 
HsS04-haltigem Alkohol kann der Farbstoll wieder gelöst werden. 
Auch das sogenannte Skatolrot hat. wie ein besonders 
darauf gerichteter Versuch mich lehrte, dieselbe ••Eigenschaft. 
Nun geben jedoch Nencki und Sieber an, daß das 
Frorosein sehr unbeständig ist. Dagegen ist das sogenannte 
Skatolrot in nicht verunreinigter Lösung sehr beständig. Ich 
Ö Jourri. f. prakt. Cti.. N. K. IM. XX\ I. S. it.'M: I Imt das I rorosein. 
Hnppe-Seyler •$ Zeitschrift f. phyOul. Chemie. XLVI. 
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