Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Chromogen des sogenannten Skatolrotes im normalen Menschenharn
Person:
Staal, J. Ph.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18264/21/
J. Ph. Staal. 
benzollusung versetzt, mich nur eine Spur der roten Kristalle 
(auch nicht nach dem Verdunsten des Alkohols). 
Destillation des Ghromogens mit NaOIl oder H2SÜ4 (ohne 
gleichzeitige Deduktion) gab ebenfalls negative Resultate. 
rtarauf habe ich versucht, ob bei Zersetzung durch Bak¬ 
terien Skatol oder Indol auftreten würde. 
I'm die geeigneten Bakterien zu züchten, habe ich eine 
Gelalinekultnri Gelatine mit auf1 m Volumen eingeengtem Leit ungs- 
wasscr iiml. ,/»o° o K ,HP( geimpft mit Gartenerde1) und diese 
Kultur bei K>° Ç. im Brutofen sich entwickeln lassen. Mit den 
gezüchteten Bakterien wurden drei Kulturen gemacht: 
ai eine neue Gelatinekultur als Kontrolkultur: 
1)1 *‘im‘ Doptonkultur: Die Kultur enthielt Pepton statt 
Gelatme. Nach 2 l) Tagen konnte man in dieser Kultur eine 
schöne' Nilroso-Indolreaktion hervorrufen : 
''iMe «elatinekiiltiir. zu welcher das Chromogen zu->c- 
setzt war. (Leicht alkalische Reaktion.; 
Nach ii—s Tagen gild die dritte Kultur mit HCl und KXO, 
keine Verfärbung mehr. Sie gibt ehens,,wenig die Heaktmn mit 
G1 vox y I säurt* < A d am k i e w i cz j. 
Itiese dritte Kultur wurde bei alkalischer Reaktion ab- 
dcstillierl : Weder im Destillat, noch Im Rückstand konnte in 
der bekannten Weise auch nur eine Spur Skatol (Indol i naeh- 
gewiesen worden. 
ln einer Kultur, welche nur Chromogen und Nährsalze 
enthielt, starben dit* Bakterien'ab. 
Also gab das chromogen weder durch Sublimation noch 
dmvh Reduktion und Destillation, noch durch bakterielle Zer¬ 
setzung auch mir eine Spur Skatol oder Indol. Dagegen bildet 
sich aus den bekannten Skatolderivaten (von welchen nur die 
skatolcarbimsaiire mit HCl und KXO., einen haltbaren roten 
r urbstoll hclerti sehr leield Skatol. (Die Skatolcarbonsäure 
gild schon beim Krhitzen über den Schmelzpunkt Skatol 
ab.i Ich M-hliebo demnach: Das Cliromogen des sogenannten 
‘ I Kult,,,- wurde von Prof, Beyerinek m Delft empfohlen. 
Das hm.-ng.-n des l.mtungswassors ,st erforderhrh wegen der mini- 
malen Quantität salze im hiesigen Leitungswasser.
        

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