Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. (II. Mitteilung: Eiweißverdauung im Magendarmkanal)
Person:
London, E. S. A. Th. Sulima
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18257/13/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. II. 221 
entleerung in der ersten Stunde größer wegen der reich¬ 
licheren Magensaftausscheidung. Die reichlichere Abson¬ 
derung des Magensaftes in der ersten Verdauungsstunde be¬ 
stätigen auch die Befunde am Magenfistelhund. So wurde am 
Ende der ersten Verdauungsstunde 97,0 g Magensaft gefunden, 
während in den übrigen Verdauungsperioden nur kleinere Werte 
54,30—88,25 g) sich auffinden ließen. 
Obgleich die eben erwähnten Resultate der Versuche am 
Magen- und Pylorusfistelhund sich im allgemeinen decken, darf 
man doch bei ihnen nicht in jeder Hinsicht Übereinstimmung 
erwarten. Einerseits muß die Motilität des Magens beim Magen- 
fistelhund gewissermaßen durch die in der Fistelgegend ent¬ 
standenen Adhäsionen zwischen dem Magen und der Bauch¬ 
wand beeinträchtigt sein; dadurch erklärt sich, daß wir nach 
der dritten, vierten, fünften und sechsten Versuchsstunde Ei¬ 
weißreste finden, welche nur ganz langsam abnehmen (4,93 — 
4,55 — 3,02 — 2,04 — 0,97). Anderseits aber muß beim Py¬ 
lorusfistelhund wegen der teilweisen Ausschaltung des sogenann¬ 
ten Darmreflexes die Magentätigkeit gleichfalls beeinflußt sein; 
dadurch geschieht es, daß die Verdauungsprodukte den Magen 
rascher verlassen als normal, was daraus zu schließen ist, daß, 
wie wir weiter sehen werden, bei den Duodenalfistelhunden 
der Mageninhalt langsamer in das Duodenum übergeht. 
Wie dem auch sei, sind die Abweichungen von der Norm 
in den Versuchsergebnissen bei den Magen- und Pylorusfistel- 
hunden nur quantitativer, nicht aber qualitativer Art, und wir 
glauben in unseren hierher gehörigen Resultaten im allgemeinen 
ein wahres Spiegelbild der normalen Verhältnisse annehmen 
zu dürfen. 
Die Tabelle A (X und XVII/2—3) zeigt, daß schon am 
Ende der ersten Verdauungsstunde im Magen Peptone 
vorhanden sind. Aus den Kolumnen XI und XIX (Tabelle A) 
ist ersichtlich, daß während der ganzen Verdauungszeit eine 
gewissermaßen beständige Quantität von Abbauprodukten (Sub¬ 
stanz: 1,12 — 1,13 — 0,82 —0,87 — 1,52 — 1,10) sich im 
Magen befindet, unabhängig von dem vorhandenen Speisereste.
        

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