Bauhaus-Universität Weimar

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R. Bünz, 
estern im Gehirn, denn diese Substanzen werden aus ätherischer 
Lösung, in der sie neben Cholesterin vorhanden sind, ebenso¬ 
wenig wie dieses selbst durch Aceton ausgefällt, sie mußten datier, 
falls sie im Gehirn vorhanden waren, sich in den Acetou- 
lüsiingen finden und mit dem Cholesterin zusammen beim Ver¬ 
dunsten der Lösungen auskristallisieren. Daß tatsächlich durch 
Aceton in ätherischer Lösung von Gemengen des Cholesterins 
mit seinen Estern keine Fällung hervorgerufen wird, konnte 
ich feststellen, indem ich ätherische Lösungen von Cholesterin, 
welches mit verschiedenen Mengen von Ölsäureester, Palmitin- 
saureestor oder Stearinsäureester1) gemischt war, mit dem 
mehrfachen Volumen Aceton versetzte: in keinem Falle trat 
eine Abscheidung auf. Alle Lösungen blieben dauernd klar. 
Fs waren daher nur noch die aus den Acetonlösungen 
erhaltenen Cholesterinkristalle auf einen etwaigen Gehalt an 
Estern zu untersuchen. Nun sind einerseits die Cholesterinester 
sehr viel schwerer löslich in Alkohol als reines Cholesterin, 
andrerseits weicht ihr Schmelzpunkt ganz bedeutend (um f><>°i 
von dem des reinen Cholesterins ab, sodaß zu erwarten war. 
daß sich die Anwesenheit auch geringer Mengen von Estern 
neben Cholesterin dadurch zu 'erkennen gehen würde, daß die 
aus einer warmen alkoholischen Lösung, welche beide Substanzen 
enthielt, zuerst auskristallisierende Fraktion einen niedrigeren 
Schmelzpunkt zeigt, als reines Cholesterin. 
Daraufhin angestellte Versuche mit Mischungen von Chol¬ 
esterin mit wechselnden Mengen verschiedener Ester ergaben, 
daß in der Tat gelinge Heimengungen von Estern den Schmelz¬ 
punkt der beim Erkalten einer warmen alkoholischen Lösung 
zuerst auftretenden Kristalle herunterdrückte, während die aie 
der eingeengten Mutterlauge erhaltenen Kristalle sich dem rich¬ 
tigen Schmelzpunkt des Cholesterins näherten. Umstehende 
Tabelle gibt eine Übersicht über die bei diesen Versuchen ge¬ 
fundenen Schmelzpunkte : 
‘) Die Ester waren nach den Angaben von Hü rt hie (I. c.)synthetic 
dargestellt. Sit* stimmten in allen Eigenschaften mit den für diese suit¬ 
stanzen angegebenen überein und zeigten die richtigen Schmelzpunk ■ 
Der Ölsäureester schmolz hei 4*2°, der Palmitinsäureester hei 7S° ; 
der Stearinsäureester hei H2U.
        

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